Bundeswarnung: Russische Geheimdienste rekrutieren auf sozialen Medien
Die deutschen Sicherheitsbehörden haben die Bevölkerung eindringlich vor neuartigen Anwerbeversuchen russischer Geheimdienste über soziale Netzwerke gewarnt. Diese Kampagne trägt den Titel "Kein Wegwerf-Agent werden!" und rückt die Gefahr der sogenannten Wegwerf-Agenten in den Fokus – Personen ohne spezifische nachrichtendienstliche Ausbildung, die dennoch für Sabotage und Spionage eingesetzt werden.
Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) agieren diese Handlanger oft im Unklaren über die Identität ihrer Auftraggeber und den Zweck ihrer Taten, während sie dafür lediglich geringe Bezahlungen erhalten. Eine deutliche Zunahme von Spionage- und Sabotageaktivitäten wurde von deutschen Sicherheitsorganisationen vermeldet, wobei russische Geheimdienste im Zentrum der Verdächtigungen stehen.
Derzeit laufen Ermittlungen in mehreren haarsträubenden Fällen, die mutmaßlich von diesen Agenten verübt wurden. Dazu zählen Brandstiftungen, Drohnenüberflüge und verdächtige Fotoaktionen, die besonders Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Transport, Verkehr, Militär und Rüstungsindustrie betreffen.
Eine besonders pikante Angelegenheit kam im Mai ans Licht, als Pläne für Anschläge auf den Gütertransport bekannt wurden. Dies führte zur Festnahme von drei Ukrainern in Deutschland und der Schweiz, denen Agententätigkeit mit Sabotageabsicht vorgeworfen wird. Russland wird als mutmaßlicher Auftraggeber vermutet. Die deutsche Marine sah sich wiederholt Sabotageakten ausgesetzt, was zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen in den betroffenen Bereichen führte.
Es wird vermutet, dass Russland vermehrt auf ungeschulte Agenten setzt, da schärfere Kontrollen der deutschen Sicherheitsbehörden den Einsatz eigener Spione erschweren. Angesichts dieser Bedrohung bestehen für derartige Tätigkeiten erhebliche rechtliche Konsequenzen, darunter mehrjährige Haftstrafen.
Als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 haben europäische Länder, einschließlich Deutschland, zahlreiche mutmaßliche russische Agenten ausgewiesen. Zu den engsten Maßnahmen zählte die Ausweisung von 40 russischen Diplomaten aus Berlin.

