Bundesregierung fordert Stopp der Unicredit-Ambitionen auf Commerzbank
Die deutsche Bundesregierung hat klare Erwartungen an die italienische Großbank Unicredit formuliert: Das Bestreben, die Commerzbank zu übernehmen, soll eingestellt werden. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte die Wichtigkeit der Commerzbank als systemrelevante Bank in Deutschland und zeigte sich überzeugt von ihrer Fähigkeit, independet erfolgreich zu agieren.
Unicredit hatte im Herbst seine Beteiligung an der Commerzbank verdoppelt und ist damit zum größten Anteilseigner des Dax-notierten Instituts aufgestiegen, noch vor dem Bund, der 12 Prozent der Anteile hält. Lars Klingbeil kritisierte das Vorgehen als unfreundlich und unabgestimmt, und machte klar, dass die Bundesregierung ihre Anteile nicht veräußern wird.
Trotz dieser klaren Ansage zeigt sich der Unicredit-Chef Andrea Orcel unbeeindruckt vom Widerstand aus Deutschland. Die italienische Bank plant, ihre Beteiligung weiter auszubauen, was bei Erreichen eines Anteils von 30 Prozent ein offizielles Übernahmeangebot erzwingen würde.
In Deutschland befürchtet man, ein Zusammenschluss könnte Filialschließungen und Stellenabbau zur Folge haben, was besonders bedenklich erscheint, da Unicredit mit der Hypovereinsbank bereits stark im deutschen Markt vertreten ist.

