Bundesregierung dämpft Trassenpreisanstieg für Bahnverkehr
Die Bundesregierung hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Erhöhung der Trassenpreise für das Schienennetz bremsen soll – eine Maßnahme, die Auswirkungen auf die Ticketpreise haben könnte. Der entsprechende Entwurf sieht vor, den Eigenkapitalzinssatz der Bahn-Infrastrukturtochter DB InfraGo zu senken, um die Kosten für die Nutzung der Schienenwege im Zaum zu halten. Ziel ist, die finanziellen Belastungen für Bahnkunden zu minimieren und starke Preisanstiege zu vermeiden.
Der Eigenkapitalzins von DB InfraGo soll von 5,2 auf 2,2 Prozent gesenkt werden, so ein Sprecher des Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder. Diese Anpassung verspricht, den Preissteigerungsdruck im Schienenpersonenfernverkehr und im Schienengüterverkehr zu reduzieren und die Branche zu entlasten. Der Entwurf muss bis zum Fahrplanwechsel im Dezember durch die Bundesnetzagentur genehmigt werden, um rechtzeitig in Kraft zu treten.
Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, betonte die Bedeutung dieser Maßnahme für die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene und die Klimaziele der Bundesregierung. Trotz der positiven Signalwirkung erwartet er, dass die Trassenpreise nur weniger stark steigen werden, aber nicht sinken.
Allerdings sieht Bahn-Chef Richard Lutz die Lage kritisch und betont den Handlungsbedarf. Sollte die Trassenpreisförderung oder die Reform des Trassenpreissystems nicht ausreichen, könnte dies wirtschaftliche Anpassungen im Fernverkehr erfordern. Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung sieht Förderungen in Höhe von 275 Millionen Euro für 2025 und 265 Millionen Euro für 2026 vor, was von Branchenvertretern als unzureichend angesehen wird.
Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, warnte vor explodierenden Preisen und forderte gezielte Unterstützung in den Haushaltsberatungen, um historische Preisanstiege abzuwenden. Der Anstieg der Trassenpreise wird auch durch die Zinsen auf das Eigenkapital der Bahn beeinflusst, das 2026 jedoch nicht weiter erhöht werden soll.

