Bundesagrarminister stellt Förderprogramm für Schweinehaltung neu auf
Die jüngste Entscheidung des Bundesagrarministers Alois Rainer sorgt für kontroverse Diskussionen in der Agrarwirtschaft. Der CSU-Politiker hat beschlossen, die von der Ampel-Koalition eingeführte spezifische Förderung für den Umbau der Schweinehaltung hin zu höheren Standards zu beenden. Begründet wird dieser Schritt mit der Notwendigkeit, in Zeiten knapper finanzieller Mittel die Ressourcen zu bündeln und auf ein bereits bewährtes Förderinstrument zurückzugreifen.
Das nun eingestellte Förderprogramm wurde ursprünglich von der vorherigen Regierung unter der Leitung von Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) initiiert. Ein milliardenschwerer Anschub war geplant, um bis 2026 den Tierschutz in der Schweinehaltung durch finanzielle Hilfen und Zuschüsse für bauliche Veränderungen zu stärken. Trotz der hohen Ziele sei jedoch nicht die gewünschte Impulswirkung erzielt worden, erläutert das Ministerium, weshalb das ohnehin zeitlich begrenzte Programm vorzeitig eingestellt wird.
Die kritischen Stimmen lassen nicht lange auf sich warten. Der Bauernverband sieht in diesem Schritt einen erheblichen Rückschlag für die Tierhalter, da ohne ausreichende finanzielle Unterstützung und rechtliche Erleichterungen die weitere Entwicklung der Schweinehaltung ausschließlich den Marktbedingungen unterliege. Auch der Umweltorganisation Greenpeace zufolge trifft das Auslaufen des Programms die Landwirte hart. Sie sprechen von einem destruktiven Eingriff in ein effizientes Fördersystem, das den Konsumentenwunsch nach mehr Tierwohl unterstützt habe.
Zum Ausgleich soll die Förderung tiergerechter Schweineställe nun wieder im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe 'Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes' (GAK) im Bundeshaushalt verankert werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Änderungen auf die Anpassungen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in den kommenden Jahren auswirken werden.

