BTC-Kursrückgang löst Buy-the-Dip-Manie aus, Experten warnen vor tieferen Tiefs
Bitcoin hat Trader mit einem scharfen Rückgang frustriert, der die Kryptowährung mehr als 8 % unter ihr Allzeithoch von 123.800 $ am 13. August auf ein neues 13-Tage-Tief von 112.200 $ am 22. September gezogen hat. Der Rückgang, der sich über die vergangenen sechs Wochen allmählich entwickelte, bevor er in einen steileren Ein-Tages-Rutsch überging, hat das lauteste „Buy the Dip“-Geschrei in den sozialen Medien der letzten 25 Tage ausgelöst.
Während einige Trader diesen Anstieg des Optimismus möglicherweise als frühes Anzeichen für eine Erholung betrachten, warnte Santiment davor, dass historische Muster etwas anderes nahelegen. Preise tendieren dazu, sich entgegengesetzt zu den Erwartungen der Masse zu bewegen, und wenn Einzelhändler den Boden ausrufen, ist oft ein weiterer Rückgang notwendig, um den verbleibenden Optimismus auszumerzen.
Kommt eine tiefere Korrektur?
Das Krypto-Analyseunternehmen stellte fest, dass ein echter Markttiefpunkt typischerweise erst dann entsteht, wenn die Masse die Hoffnung aufgibt und beginnt, mit Verlust zu verkaufen; dies schafft dann die Voraussetzungen für eine nachhaltige Erholung.
Santiment beobachtete, dass Binance-Trader kurzzeitig ihren höchsten Stand an Short-Positionierungen seit über drei Monaten erreichten, unmittelbar bevor Bitcoin’s jüngste rote Kerze auftauchte, nur um nach dem Kurssturz leicht long zu werden.
Für eine starke Aufwärtsbewegung wäre es laut der Analysefirma wünschenswert, eine anhaltende Phase zu sehen, in der Shorts Longs übertreffen, da die letztliche Liquidation dieser bearishen Wetten helfen kann, eine Erholung anzutreiben. Das bedeutet, dass mehr Trader gegen Bitcoin wetten müssen, um die Voraussetzungen für einen Short Squeeze zu schaffen.
Das Stimmungsbild der Masse hat sich in den letzten Tagen ebenfalls deutlich verändert. Nachdem Bitcoin unter 114.000 $ gefallen war, verwandelten sich die Gespräche in den sozialen Medien schnell von euphorisch zu ängstlich, obwohl Santiment sagte, dass die Angstlevels zu mild bleiben, um die tiefe Panik zu erreichen, die bei früheren Markttiefs zu beobachten war, wie während des April-Tiefs im Zusammenhang mit US-Zollspannungen oder des Rückgangs Mitte Juni während geopolitischer Spannungen im Nahen Osten.
Ein stärkerer Anstieg der Angst, den einige Händler als „Blut auf den Straßen“ bezeichnen, wäre ein verlässlicheres Zeichen für Kapitulation. Trotz der lauten Reaktionen der Einzelhändler senden wichtige On-Chain-Metriken konstruktivere Signale.
Santiment stellte fest, dass Bitcoin’s 30-tägiges Market Value to Realized Value (MVRV)-Verhältnis, das den durchschnittlichen Gewinn oder Verlust von kurzfristigen Haltern misst, zum ersten Mal seit dem 10. September wieder in den negativen Bereich gefallen ist. Historisch gesehen weist ein negatives MVRV darauf hin, dass jüngste Käufer nun im Minus sind, was ein statistisch günstiges Umfeld für eine Akkumulation schafft, da das Risiko des Kaufs, während andere im Gewinn sind, reduziert wird.
In der Zwischenzeit bauen große Investoren weiterhin still ihre Positionen aus. Wallets mit einem Bestand zwischen 10 und 10.000 BTC haben seit dem 27. August insgesamt 56.372 Coins akkumuliert. Diese stetige Akkumulation durch große Halter bietet oft eine Preisuntergrenze, selbst wenn die Stimmung der Einzelhändler schwankt.
Rückzug erscheint mild
Ein weiterer unterstützender Faktor ist der fortlaufende Rückgang des Bitcoin-Bestands auf Börsen. In den letzten vier Wochen sind die Reserven der Börsen um 31.265 BTC gesunken, was einen Rückgang des unmittelbaren Verkaufsdrucks impliziert und die Anzahl der für eine schnelle Liquidation verfügbaren Coins begrenzt. Dieses schrumpfende Austauschsaldo stärkt die Argumente für eine begrenzte Abwärtsbewegung in naher Zukunft.
Santiment sagte daher, dass der aktuelle Rückgang, auch wenn er für Händler frustrierend ist, relativ bescheiden im Vergleich zu historischen Standards der Kryptowährung ist. Bitcoins 8% Rückgang von Rekordhöhen verblasst im Vergleich zu den 15% bis 20% Korrekturen, die typischerweise während der vergangenen Zyklen eine Kapitulation erzwungen haben. Ohne einen stärkeren Rückgang oder einen tiefen Anstieg der Angst sind die Bedingungen für ein dauerhaftes Tief möglicherweise noch nicht gegeben.
Der Markt scheint sich leise auf den nächsten signifikanten Schritt vorzubereiten. Der Enthusiasmus der Einzelhändler, den Dip zu kaufen, bleibt ein Warnsignal, dass die Kurse weiter sinken könnten.

