Brasilien enttarnt gigantisches Netzwerk um Kraftstoffskandal
In Brasilien wurde durch eine landesweite Operation ein gewaltiger Skandal um manipulierten Kraftstoff und Steuerhinterziehung aufgedeckt, der Milliarden betrifft. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete die Aktion über die Plattform X als die bedeutendste Reaktion des brasilianischen Staates auf organisierte Kriminalität in der Geschichte des Landes. Justizminister Ricardo Lewandowski sprach von einer der größten Operationen gegen das organisierte Verbrechen, die je stattgefunden hat.
Die Operation mit dem Namen 'Carbono Oculto' oder 'Versteckter Kohlenstoff' involvierte über 1.400 Beamte in zehn Bundesstaaten. Sie richtete sich gegen das Netzwerk des Primeiro Comando da Capital (PCC), einer der dominantesten Verbrecherorganisationen Brasiliens, die in Drogenschmuggel, Geldwäsche und Gewaltdelikte involviert ist. Ermittler des Finanzministeriums gaben an, dass nicht nur Handlanger, sondern auch die Führung des Netzwerks identifiziert werden konnten.
Den Berichten der Behörden zufolge wurden mindestens 7,6 Milliarden Reais (ungefähr 1,2 Milliarden Euro) an Steuergeldern hinterzogen. Eine zentrale Rolle spielte die illegale Einfuhr von Methanol, das als Lösungsmittel ins Land geschmuggelt und verwendet wurde, um Kraftstoff zu verdünnen.
Polizeiberichten zufolge halfen über 40 Investmentfonds und zahlreiche Fintechs, das Kapital des kriminellen Netzwerks zu verschleiern. Etwa 1.000 Tankstellen waren angeblich an den Manipulationen und finanziellen Transaktionen beteiligt und haben zwischen 2020 und 2024 beträchtliche 52 Milliarden Reais (rund 8,2 Milliarden Euro) bewegt.

