Todesfälle

Sozialkritiker und Naturfreund: Starfotograf Salgado ist tot

23. Mai 2025, 19:52 Uhr · Quelle: dpa
Mit seinen Kriegsreportagen dokumentierte er das menschliche Elend, mit seiner imposanten Naturfotografie die Schönheit der Erde. Nun ist der Brasilianer mit 81 Jahren gestorben.

Rio de Janeiro (dpa) - Sebastião Salgado hat mit seiner Kamera menschliches Leid dokumentiert und die Schönheit der Natur eingefangen. Jahrelang fotografierte er in Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern aufrüttelnde Sozialreportagen, dann wandte er sich der Naturfotografie zu und warb mit imposanten Landschaftsaufnahmen und intensiven Tierbildern für mehr Umweltschutz. Jetzt ist der Brasilianer im Alter von 81 Jahren gestorben. 

Bekannt wurde Salgado mit seinen Bildern vom Irakkrieg und dem Völkermord in Ruanda, von Flüchtlingsströmen in Afrika und unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Lateinamerika. Trotz des Elends sind seine Bilder von verstörender Schönheit. Die Arbeiter, die in der brasilianischen Mine Serra Pelada unter härtesten Bedingungen der Erde ein bisschen Gold abringen, sind perfekt komponiert, bis hin zu den Falten im schlammverschmierten Hemd. Selbst ein afrikanischer Flüchtling, der ein ausgemergeltes Kind in den Armen hält, wirkt in Salgados Schwarz-Weiß-Bildern elegant arrangiert. Kritiker nannten ihn bisweilen einen «Ästheten des Elends». 

Vom Doktor der Ökonomie zum engagierten Sozialfotografen

Salgado kam am 8. Februar 1944 in der Kleinstadt Aimorés im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais zur Welt. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in São Paulo, floh dann vor der Militärdiktatur aus seiner Heimat und machte einen Doktor in Ökonomie in Paris. Er arbeitete zunächst bei der Internationalen Kaffeeorganisation in London bis sein Leben 1973 eine Wendung nahm. Auf einer Dienstreise in Afrika machte er seine ersten Aufnahmen mit der Leica seiner Frau und fing Feuer. Er kündigte, zog zurück nach Paris und begann als Fotograf zu arbeiten, unter anderem für die renommierten Agenturen Sygma, Gamma und Magnum. 

Nach Jahren zwischen Kriegen und Katastrophen kehrte Salgado auf die Farm seiner Eltern in Brasilien zurück. Dort forstete er den von intensiver Landwirtschaft ausgezehrten Boden wieder auf und gründete das gemeinnützige «Instituto Terra». 1998 wurde das Land in ein Naturschutzgebiet umgewandelt, seither Millionen Bäume gepflanzt. 

Imposante Landschaftsaufnahmen und intensive Tierbilder

Neben seinen sozialfotografischen Werken wie «Arbeiter», «Migranten» und «Afrika» widmete sich Salgado zuletzt verstärkt der Naturfotografie. Mit seinem einzigartigen Gefühl für fotografische Dramatik gelangen ihm für «Genesis» imposante Landschaftsaufnahmen und intensive Tierbilder. Da marschieren Elefanten unter dräuenden Wolken durch die afrikanische Savanne, ein majestätischer Löwe mit zerzauster Mähne präsentiert sein perfektes Profil und Seehunde brüllen mit aufgerissenen Mäulern den Betrachter an. 

Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den World Press Photo Award (1985), den Grand Prix National de la Photographie (1994) und den Prinz-von-Asturien-Preis (1998). Er arbeitete mit Unicef, Amnesty International und Ärzte ohne Grenzen zusammen, für deren Kampagnen er Bilder zur Verfügung stellte. 2019 wurde er als erster Fotograf mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 

Lula: «Weckruf an das Gewissen der gesamten Menschheit»

«Sein Leiden an der Ungleichheit in der Welt und sein hartnäckiges Talent, die Lebenswirklichkeit der Unterdrückten abzubilden, dienen als Weckruf an das Gewissen der gesamten Menschheit», schrieb Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in einer Beileidsnote. «Salgado hat nicht nur seine Augen und seine Kamera benutzt, um Menschen zu porträtieren, sondern auch die Fülle seines Herzens und seiner Seele. Deshalb wird sein Werk auch weiterhin ein Schrei nach Solidarität sein. Und eine Erinnerung daran, dass wir alle in unserer Vielfalt gleich sind.»

Fotografie / Leute / Sebastião Salgado / Brasilien / Frankreich / Porträt
23.05.2025 · 19:52 Uhr
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