Brandanschlag: Bundesanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf
Die Bundesanwaltschaft hat angesichts der jüngsten Ereignisse in der deutschen Hauptstadt die Ermittlungen in einem Fall von Brandstiftung übernommen. Der Verdacht gegen die Täter reicht weit: Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, verfassungsfeindliche Sabotage und Störung öffentlicher Betriebe stehen im Raum. Zuvor hatte noch die Berliner Generalstaatsanwaltschaft den Fall untersucht.
Ursprünglich führte ein Anschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal zum Stromausfall. Der Südwesten Berlins war massiv betroffen, mit 45.000 Haushalten und 2.200 Unternehmen, die zunächst ohne Strom dastanden. Auch Tage später, am vierten Tag des Stromausfalls, waren noch zehntausende Haushalte und Hunderte Betriebe in der Dunkelheit gefangen. Der Netzbetreiber rechnet jedoch damit, bis Donnerstag alle Betroffenen wieder versorgen zu können.
Für Politik und Sicherheitsbehörden steht seit Sonntag fest, dass das Motiv politisch motivierten Ursprungs ist. Laut der Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) steht ein authentisches Bekennerschreiben im Raum, das auf linksextremistische Akteure verweist. Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte sich ähnlich und sprach von einer Art "Linksterrorismus", bei dem die Täter das Risiko von Personenschäden in Kauf nahmen.
Die sogenannte "Vulkangruppe" steht im Verdacht, hinter der Tat zu stehen. Unter dem Motto "Den Herrschenden den Saft abdrehen" rechtfertigt die Gruppe ihre Aktionen mit einem Kahlschlag gegen die fossile Energiewirtschaft. Laut Bundesamt für Verfassungsschutz sollen diese Gruppen seit 2011 immer wieder Anschläge auf die Infrastruktur im Raum Berlin und Brandenburg verübt haben. Die gewaltorientierte, anarchistische Natur der sogenannten "Vulkangruppen" wird dabei besonders hervorgehoben. Die wechselnden Namen der Gruppen, die sich auf isländische Vulkane wie Grimsvötn und Katla beziehen, unterstreichen den symbolischen Charakter - inspiriert vom Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010, der zu einem Pilotenstopp in Europa führte. Die genaue Anzahl an Anschlägen bleibt unklar, doch für 2024 registrierten Sicherheitsbehörden elf bekannte Tatkomplexe, zu denen sich die Gruppe bereits bekannte und von denen weitere folgten.

