Branchenbeben: AE Group schließt Werke in Thüringen und Hessen
Der Automobilzulieferer AE Group zieht sich zum Jahresende aus seinen Standorten im thüringischen Gerstungen und hessischen Nentershausen zurück, was das Ende für rund 650 Beschäftigte bedeutet. Mit über 500 davon in Thüringen, resultiert die Entscheidung aus den Insolvenz-Problemen des Unternehmens, die seit August letzten Jahres bestehen. Ursächlich sei eine Flaute in der Nachfrage nach Aluminiumgussteilen gewesen, erklärt die AE Group. Bemühungen, Investoren an Land zu ziehen, blieben erfolglos, denn es hätte sich kein haltbares Übernahmeangebot ergeben.
Noch ein Jahr zuvor hatte Vorstandschef Christian Kleinjung die Hoffnung gehegt, das Unternehmen durch das Insolvenzverfahren retten und die Arbeitsplätze bewahren zu können. Jetzt steht den Beschäftigten der Wechsel in eine Transfergesellschaft offen. Der ausgehandelte Sozialplan mit IG Metall und Betriebsrat sichert Lohnzahlungen für bis zu sechs Monate und bietet Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung.
Insolvenzverwalterin Romy Metzger betont, dass die notleidende Suche nach Investoren auf die Herausforderungen der Automobilbranche verweise, die durch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise, geopolitische Unsicherheiten und ein wenig investorenfreundliches Umfeld in Deutschland geprägt sei. Bereits VWs im Vorjahr verschärfter Sparkurs hat mehreren Zulieferern in der Region zugesetzt. Auch die polnische Schwester-Gesellschaft „AE Group Polska“ musste im Juni Insolvenz anmelden, der dortige Betrieb wurde eingestellt.

