Bosch kündigt weitreichenden Stellenabbau in der Autozuliefersparte an
Bosch, ein führender Akteur der Automobilzulieferindustrie, plant aufgrund der anhaltenden Branchenkrise, mehr Stellen abzubauen, als ursprünglich bekanntgegeben wurde. Bis zu 5.550 Arbeitsplätze könnten in den kommenden Jahren weltweit gestrichen werden, wobei über zwei Drittel des Abbaus – genau 3.800 Stellen – auf Deutschland entfallen sollen. Diese Zahlen basieren derzeit noch auf Planungen und sind Gegenstand bevorstehender Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern.
Das Unternehmen strebt eine möglichst sozialverträgliche Umsetzung des Abbaus an, im Einklang mit bestehender Vereinbarungen, die betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2027 ausschließen und in einigen Fällen sogar bis Ende 2029 verlängern. Ende 2023 beschäftigte Bosch in der Zuliefersparte etwa 72.000 Menschen in Deutschland. Besonders stark ist der Software-Bereich betroffen.
Der Bereich für Cross-Domain Computing Solutions, verantwortlich für Assistenzsysteme und automatisiertes Fahren, sieht sich mit dem Abbau von 3.500 Stellen konfrontiert, davon rund die Hälfte in Deutschland. Betroffene Standorte befinden sich in Baden-Württemberg und Niedersachsen. Auch im Bad Homburger Werk, einem Produktionsstandort für Elektromobilitätsprodukte, sollen bis 2032 insgesamt 750 Stellen wegfallen.
Der Bosch-Vorstandsvorsitzende Stefan Hartung erklärt den Stellenabbau mit der stagnierenden globalen Fahrzeugproduktion und den damit einhergehenden Überkapazitäten und verschärften Wettbewerbsdruck. Zudem entwickelt sich der Markt für Zukunftstechnologien langsamer als erwartet, was zu einer geringeren Nachfrage nach Fahrerassistenzsystemen und automatisiertem Fahren führt.
Kritik an den Plänen kommt von der Arbeitnehmerseite, die den Umfang des Personalabbaus als "Schlag ins Gesicht" bezeichnet. Bereits zuvor waren in mehreren Geschäftsbereichen rund 2.200 Stellenreduktionen beschlossen worden. Vor dem Hintergrund dieser zusätzlichen Maßnahmen wächst das Misstrauen gegenüber der Unternehmensführung.
Bosch ist mit seiner Schlankheitskur nicht allein. Auch andere große Unternehmen der Branche, so etwa Ford oder Volkswagen, stehen vor umfassenden Umstrukturierungen und reagieren mit drastischen Maßnahmen auf die schwache Nachfrage insbesondere im Segment der E-Mobilitätsprodukte. Die IG Metall hat bereits Warnstreiks angekündigt, um gegen diese Entwicklungen vorzugehen.

