Bosch kündigt umfassende Stellenkürzungen an: Herausforderungen für die deutsche Industrie
Der weltweit tätige Automobilzulieferer Bosch plant bis zum Jahr 2030 den Abbau von rund 13.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in seiner Autosparte, was etwa 3% seiner globalen Belegschaft entspricht. Diese Maßnahme erfolgt im Anschluss an eine bereits zuvor erfolgte Reduzierung von Stellen und betrifft hauptsächlich Arbeitsplätze in Deutschland. Insbesondere die Region Stuttgart mit ihren Standorten in Feuerbach und Schwieberdingen wird stark betroffen sein.
Diese Schritte sind Teil von Boschs Ziel, Verluste in Höhe von 2,5 Milliarden Euro schnellstmöglich zu kompensieren. Der europäische Automobilsektor sieht sich dabei unter anderem mit schwacher Nachfrage, steigenden Arbeits- und Energiekosten sowie Konkurrenz durch kostengünstigere, chinesische Modelle konfrontiert. Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch die Einführung von Zöllen auf US-Exporte, die aktuell 15% betragen und so die Margen weiter belasten.
Der Druck auf die Automobilindustrie steigt zudem durch die Umstellung auf Elektromobilität, während Unsicherheiten über die EU-Ziele zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen herrschen. Europäische Regierungen haben zudem die Subventionen für Elektrofahrzeuge zurückgefahren, was die Nachfrage bremst.
Bosch reiht sich in eine Liste von Unternehmen ein, die angesichts dieser Widrigkeiten Kostensenkungen vornehmen. Ebenfalls in diesem Jahr haben europäische Unternehmen wie Volkswagen und Volvo, aber auch nicht-europäische wie Nissan und Stellantis, ähnliche Schritte angekündigt. Neben dem Personalabbau plant Bosch außerdem, die Investitionen in Fertigungsanlagen zu reduzieren, als Reaktion auf die sinkende Nachfrage.
Die Ankündigung von Bosch stellt einen Rückschlag für den deutschen Kanzler Friedrich Merz dar, der die Investitionen ankurbeln und den angeschlagenen Industriesektor des Landes mit erhöhten Staatsausgaben revitalisieren möchte. Die deutsche Regierung genehmigte dieses Jahr eine Verfassungsänderung der Schuldenbremse, um Verteidigungsausgaben über 1% des BIP von Kreditlimits auszunehmen. Zusätzlich wurde ein außerbudgetärer Fonds von 500 Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte geschaffen, der Deutschlands Wirtschaft ankurbeln soll.
Trotz einer prognostizierten Wachstumsrate des deutschen BIP von 0,2% für dieses Jahr, bleibt die wirtschaftliche Lage fragil, warnen Experten.

