Borussia Dortmund unter Zugzwang nach Champions-League-Dämpfer in London
Die Gemüter bei Borussia Dortmund waren nach der enttäuschenden Vorstellung und der 0:2-Niederlage in der Champions-League-Partie gegen das kriselnde Tottenham Hotspur angespannt. Trainer Niko Kovac sparte nicht mit Kritik: "Was mich wirklich ärgert, ist unsere passive Spielweise", so seine nüchterne Analyse. Seine Mannschaft ließ es an körperlicher Präsenz und Zweikampfstärke mangeln – Grundpfeiler, die auf diesem Niveau unverzichtbar sind. Der Traum einer direkten Qualifikation für die nächste Runde in Europas prestigeträchtigstem Wettbewerb gerät damit in weite Ferne.
Sportdirektor Sebastian Kehl sprach offen über die verpasste Gelegenheit, eine komfortable Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen Inter Mailand zu schaffen. "Die Situation wird jetzt wohl kaum mehr für die besten Acht ausreichen", kommentierte er mit ernster Miene in Londons Mixed Zone. Der BVB wollte eigentlich die positive Energie aus dem Last-Minute-Sieg gegen St. Pauli mitnehmen, doch die magere Vorstellung in der ersten Halbzeit war ernüchternd. Tottenham, das in der Liga selbst arg unter Druck steht, dominierte die Anfangsphase überraschend deutlich.
Cristian Romero sorgte bereits nach 14 Minuten für die verdiente Führung der Gastgeber. Eine umstrittene Rote Karte für Daniel Svensson schwächte Dortmund zusätzlich, doch Trainer und Sportdirektor wollten dies nicht als Ausrede akzeptieren. "Unser Angriff war zahnlos", kommentierte Kehl die erschreckend schwache Offensivbilanz von 0:11 Torschüssen zur Pause. Erneut zeigte die Abwehr Schwächen, die man aus der Bundesliga so nicht kennt. Tottenham nutzte eine dieser Unzulänglichkeiten zum 2:0 durch Dominic Solanke aus.
Niko Kovac räumte ein, dass die Champions League eine andere Liga ist und auf signifikant höherem Niveau operiert. Es werde erwartet, dass die Spieler ihre Leistung anpassen und verbessern. Trotz der Unterzahl zeigte Dortmund in der zweiten Halbzeit mehr Initiative, was dem Team jedoch nicht ausreichte, um das Spiel merklich zu drehen. Der Eindruck war klar: Hier ist eine Leistungssteigerung unabdingbar.
Mit Blick auf das kommende Bundesligaspiel bei Union Berlin und das wichtige Heimspiel gegen Inter Mailand mahnt Kehl zur Wachsamkeit. "Wir dürfen uns keine Fehler erlauben und müssen aus dieser Niederlage lernen", warnte Kehl. Der Fokus und die Selbstverantwortung jedes Einzelnen stehen nun im Mittelpunkt, um die erhoffte Leistungssteigerung zu realisieren.

