Börsenstrategen im Rückstand: Rally übertrifft Erwartungen
Die Analystenzunft am Finanzmarkt zeigt sich derzeit im Hintertreffen, da die beeindruckende Rallye des S&P 500 Index selbst die ambitioniertesten Prognosen übertroffen hat. Nach der Erholung von einem Einbruch zu Jahresbeginn hat der Index die durchschnittlichen Zielvorgaben um fast 3 % übertroffen, was seit 1999 beispiellos ist. Inmitten dieser turbulenten Zeiten für die Orakel der Wall Street haben sich Bedenken über Trumps Handelskrieg und die Anzeichen einer sich abkühlenden US-Wirtschaft als ausgeprägte Fehlkalkulation erwiesen.
Den treibenden Kräften der Aktienmärkte, wie den robusten Unternehmensgewinnen, dem Enthusiasmus für große Technologiefirmen sowie möglichen Zinssenkungen durch die Federal Reserve, konnten sie nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Goldman Sachs, die Deutsche Bank und andere Institute haben wiederholt ihre Ausblicke angehoben, um mit den dynamischen Entwicklungen Schritt zu halten. Ed Yardeni, ein gestandener Wall-Street-Analyst, hebt hervor, dass die Analysten besonders zurückhaltend gewesen seien, obwohl die Gewinnprognosen seit Juli stetig steigen. Die Profitabilität im S&P 500 wird mittlerweile auf ein Wachstum von 9,4 % geschätzt.
Trotz der volatilen Komponenten, etwa die steigende Bewertung und die unsicheren Auswirkungen der Handelstarife, bleibt die Stimmung optimistisch. Die Fed hat kürzlich Zinsen gesenkt, was Investoren weiter beflügelt. Historische Daten von Barclays zeigen, dass Zinseinsenkungen nahe eines Rekordstands des S&P 500 oft von Kursgewinnen gefolgt sind, was die gegenwärtigen Marktlage in einem seltenen, vorteilhaften Licht erscheinen lässt. Max Kettner von HSBC bekräftigt dies und rät zu einer offensiven Risikostrategie angesichts der vorteilhaften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

