Börsen im Aufruhr: Trumps Zolldrohungen verunsichern Märkte
Die Aktienmärkte stehen erneut unter dem Einfluss politischer Aussagen aus den USA, die Händler und Investoren in Atem halten. US-Präsident Donald Trump sorgte mit der Ankündigung potenzieller neuer China-Zölle für erhebliche Turbulenzen an den Börsen. Am vergangenen Freitag verzeichnete der DAX nach einem dramatischen Einbruch einen Verlust von über 300 Punkten. Dies markierte den Abschluss einer Woche, die zunächst von neuen Allzeithochs geprägt war. Auch der Stoxx Europe 600 konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen und verlor Boden.
Trotz der positiven Nachricht, dass Trump auf Social Media eine Einigung mit China in Aussicht stellte, bleibt die Stimmung an den Finanzmärkten angespannt. Die deutschen Bluechips zeigen sich jedoch nach der ersten Handelsstunde freundlich und verzeichnen ein Plus. Ebenso positiv entwickeln sich die Futures auf die großen US-Indizes.
Mehrere Analysten bleiben in ihren Prognosen vorsichtig. Berndt Fernow von der LBBW sieht in der aktuellen Haushaltsblockade in den USA ein erhebliches Risiko, das die Marktaufholung verzögern könnte. Markus Reinwand von der Helaba teilt diese Skepsis und sieht die Notwendigkeit einer Marktkonsolidierung. Dagegen wertet Robert Halver von der Baader Bank mögliche Rücksetzer als vorteilhafte Kaufgelegenheiten und sieht Potenzial für eine anhaltende Aufwärtsbewegung des Marktes.
In puncto technologische Blase bleibt Halver gelassen. Historische Bedingungen wie eine hohe Privatverschuldung und Zinserhöhungen der Notenbanken fehlen derzeit. Zudem sind die Finanzreserven der US-Tech-Giganten gut gefüllt, weshalb der Stratege demnach keine unmittelbare Gefahr sieht.
Der Shutdown der US-Regierung belastet weiterhin den ökonomischen Datenkalender. Veröffentlichungen bleiben aus und an eine schnelle Lösung scheint laut Martin Roth von der Commerzbank nicht zu denken. Veränderungen in den Prognosen für Umsatz- und Gewinnwachstum im S&P 500 sind zu erwarten, während der stabilere US-Dollar und höhere Importzölle die Gewinnmargen der Unternehmen belasten.
Die Erwartungen an US-Tech-Unternehmen bleiben jedoch hoch, und bei positiven Überraschungen könnten diese Impulse auf den breiteren Markt ausstrahlen.

