Börse: Eine Woche der Wahrheit vor der Berichtssaison
Der Dax verharrte zu Wochenbeginn nahezu unverändert, während geopolitische Spannungen zwischen Iran und den USA die weltweiten Märkte nur leicht trübten. Ein leichtes Minus von 0,01 Prozent ließ den deutschen Leitindex bei 25.260 Punkten schließen. Nachdem der Index zuvor neue Höhen erklommen hatte, erwartet der Markt nun mit Spannung die ersten Quartalsberichte des Jahres, die als Indikator für die Nachhaltigkeit des Aufwärtstrends gelten könnten.
Auch die Entwicklung des MDax war gemäßigt, mit einem Rückgang von 0,05 Prozent, wodurch der Index bei 32.151 Punkten lag. Zeitgleich sank der EuroStoxx 50 um 0,38 Prozent auf 5.974 Zähler. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners verweist darauf, dass der Dax derzeit technisch überkauft sei.
Die kommende Woche könnte klären, ob die Kurssteigerungen durch Unternehmensgewinne gestützt werden können, da die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 bevorsteht. Trotz zahlreicher globaler Herausforderungen hat der Dax seine übliche Stärke zu Jahresbeginn bestätigt, dabei beflügelt von Hoffnungen auf wirtschaftliche Erholung durch bevorstehende Infrastrukturmaßnahmen in Deutschland. Ergänzend dazu haben positive Arbeitsmarktdaten aus den USA die Erwartung zusätzlicher Zinssenkungen durch die Fed genährt.
Zeitgleich intensiviert sich die Auseinandersetzung zwischen US-Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell. Powell kritisierte jüngste rechtliche Drohungen des US-Justizministeriums als politischen Druckversuch auf die Unabhängigkeit der Fed. Im Iran setzen sich währenddessen Massenproteste fort, was europäische Diplomaten dazu veranlassen könnte, weitere Sanktionen zu erwägen. Trump verstärkt seinerseits den Druck auf den Iran.
Auf dem heimischen Markt konnten Zalando-Aktien mit einem Gewinn von 2,5 Prozent im Dax punkten, wohingegen Allianz am unteren Ende des Index mit einem Minus von 1,2 Prozent stand. Beiersdorf erfuhr durch positive Analysten-Einschätzungen einen Zuwachs von 1,2 Prozent. Dennoch enttäuschten Berichte aus der Automobilbranche: Weder kolportierte Einsparpläne von Volkswagen noch die Möglichkeit einer Veräußerung des indischen Geschäfts der Deutschen Bank konnten die Kurse beleben, beide Aktien verloren je 0,6 Prozent. Im MDax setzte TKMS seinen beeindruckenden Kursanstieg fort und verzeichnete ein Plus von 5,6 Prozent.

