Blut, Rauch und Verrat: Crimson Desert entfesselt epische Schlachten auf dem Summer Game Fest
Lange war Crimson Desert so etwas wie das Phantom der Videospiel-Messen. Jeder wusste, es existiert. Jeder sah die unfassbar gut aussehenden Trailer und dachte sich: „Okay, das kann unmöglich echt sein.“ Es sah zu gut aus, zu flüssig, zu perfekt. Doch auf dem Summer Game Fest in Los Angeles hat Entwickler Pearl Abyss endlich mal die Karten auf den Tisch gelegt und eine spielbare Demo präsentiert, die beweist: Das Ding ist nicht nur echt, es hat auch eine Seele. Und die ist düster, dreckig und verdammt packend.
Die Story: Verrat riecht nach Rauch und Stahl
Die neue Demo wirft uns nicht einfach in eine hübsche Landschaft, sondern mitten in eine Questline, die sich gewaschen hat. Wir schlüpfen in die Haut von Kliff, dem Anführer einer Söldnertruppe namens „Greymanes“. Wie es sich für ein ordentliches Söldner-Drama gehört, geht natürlich alles schief. Kliff und seine Leute tappen in eine Falle ihrer Erzfeinde, der „Drunken Black Bears“, und nach einem brutalen Kampf wird die Truppe in alle Winde zerstreut. Von hier an beginnt eine verzweifelte Suche nach den Kameraden auf dem riesigen Kontinent Pywel.
Die Reise führt uns schließlich nach Calphade, eine Stadt, die am Rande des Abgrunds steht. Hier wird die Geschichte persönlich und politisch: Ein einst loyaler Offizier hat die Seiten gewechselt, sich mit den Feinden verbündet und eine blutige Rebellion angezettelt. Plötzlich sind wir nicht nur auf der Suche nach Freunden, sondern mittendrin in einem Bürgerkrieg. Das ist der Stoff, aus dem große Epen gemacht sind.
Mittendrin statt nur dabei: Das Schlachtfeld-Gefühl
Das Herzstück der Demo war ohne Frage ein riesiger Belagerungskampf. Und wenn ich riesig sage, meine ich das auch so. Das hier ist kein steriler Kampf gegen fünf Gegner auf einer leeren Wiese. Das ist pures, filmreifes Chaos. Kliff kämpft an der Seite von Dutzenden von NPCs, während über ihm Kanonenkugeln einschlagen, der Rauch die Sicht trübt und die Schreie der Kämpfenden eine Gänsehaut erzeugen. Pearl Abyss will hier ganz offensichtlich nicht nur einen Kampf, sondern das Gefühl von echter Kriegsführung simulieren. Man ist nicht der unbesiegbare Held, der alles im Alleingang regelt, sondern ein verdammt zähes, aber verwundbares Rädchen in einer riesigen, tödlichen Maschine.
Die Technik dahinter: Pywel lebt und atmet
Und ja, es sieht immer noch so absurd gut aus, wie es die ersten Trailer versprochen haben. Der Kontinent Pywel ist mit einer Detailverliebtheit gestaltet, die einem die Sprache verschlägt. Dynamische Licht- und Wettereffekte, die sich in Echtzeit ändern, lassen die Welt unglaublich lebendig wirken. Wenn die Sonne langsam über den weit entfernten Bergketten aufgeht und die nassen Felsen im Morgenlicht glänzen, vergisst man für einen Moment das ganze Gemetzel.
Das alles wird von der hauseigenen „BlackSpace Engine“ angetrieben. Während viele Studios auf die bewährte Unreal Engine setzen, kocht Pearl Abyss hier sein eigenes Süppchen – und das scheint sich mehr als auszuzahlen. Die Welt fühlt sich greifbar und realistisch an, fast so, als könnte man die raue Luft von Pywel selbst atmen.
Das Spiel soll Ende 2025 für Steam, PlayStation 5, Xbox Series X|S und sogar für den Mac erscheinen. Der Hype-Zug hat nach dieser Demo jedenfalls ordentlich an Fahrt aufgenommen.

