Blaize: Ein neuer Stern am KI-Chip-Himmel?
Die rasante Entwicklung von NVIDIA hat das Interesse von Investoren an KI-Chip-Startups neu entfacht. Nun steht das in Kalifornien ansässige Unternehmen Blaize, das von ehemaligen Intel-Ingenieuren gegründet wurde, im Rampenlicht: Es plant, durch einen SPAC-Deal am Dienstag an die NASDAQ zu gehen, wie am Montag bekanntgegeben wurde.
Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat Blaize beeindruckende 335 Millionen US-Dollar von Investoren wie Samsung und Mercedes-Benz eingesammelt. Das Unternehmen fokussiert sich auf die Herstellung von KI-Chips für Edge-Anwendungen, die in intelligente Produkte wie Sicherheitskameras, Drohnen und Industrieroboter integriert werden sollen, anstatt nur in riesigen Rechenzentren genutzt zu werden.
„Edge-Computing mit KI ist die Zukunft aufgrund seines niedrigen Energieverbrauchs, der geringen Latenz, Kosteneffizienz und Vorteile bei der Datensicherheit“, erklärte CEO Dinakar Munagala, der fast 12 Jahre bei Intel tätig war.
Obwohl Blaize gegenwärtig ein kleiner Akteur in der riesigen KI-Chip-Industrie ist und 2023 Verluste von 87,5 Millionen US-Dollar bei nur 3,8 Millionen US-Dollar Umsatz verbuchte, zeigt sich Munagala optimistisch. Das Unternehmen habe bereits 400 Millionen US-Dollar in Pipeline-Deals gesichert, darunter eine Kauforder über 104 Millionen US-Dollar mit einer ungenannten Verteidigungsbehörde in der EMEA-Region.
Munagala geht davon aus, dass Blaize nach der Fusion mit dem SPAC einen Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar haben wird, was im Vergleich zu Konkurrenten wie dem ebenfalls im IPO-Prozess befindlichen Cerebras eher bescheiden erscheint. Cerebras, das sich auf Datenzentren konzentriert, sieht sich hingegen mit Herausforderungen konfrontiert, die durch die Abhängigkeit von einem Kunden im Nahen Osten entstehen.
Blaize’ Börsengang betont den Wandel der KI-Chip-Nutzung von zentralisierten Rechenzentren hin zu integrierten physischen Produkten, eine Vision, die Munagala mit Enthusiasmus verfolgt. „Die gesamte KI-Hype findet im Rechenzentrum statt. Die realen physischen Anwendungsfälle, die jetzt schon Gewinne erzielen, wurden dabei völlig übersehen“, so Munagala.

