Bitwise sieht Anzeichen für Bodenbildung im Kryptomarkt

Bitwise Asset Management deutet darauf hin, dass der aktuelle Rückgang im Kryptomarkt Anzeichen für einen zyklischen Tiefpunkt aufweist. Schwache Preise stehen dabei im Kontrast zu stärkeren On-Chain- und Geschäftsgrundlagen, ein Muster, das zuletzt im ersten Quartal 2023 zu beobachten war, bevor es zu einer mehrjährigen Rallye kam.
In seinem Bericht zum vierten Quartal 2025 beschreibt Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, das Quartal als einen wichtigen Wendepunkt, da die Signale nicht alle in dieselbe Richtung weisen. Er zieht Parallelen zu Q1 2023, als sich der Markt nach dem FTX-Debakel erholte und die Daten uneinheitlich waren. In den darauffolgenden zwei Jahren stiegen die Kryptopreise erheblich.
Bitwise hebt hervor, dass es im vierten Quartal eine Divergenz zwischen Marktperformance und Nutzungsmetriken gab. Ethereum fiel um 29 %, während die Transaktionen auf Ethereum und Layer 2 um 24,5 % auf neue Höchststände stiegen. Auch Krypto-Aktien verzeichneten einen Rückgang von 20 %, obwohl die Umsätze der zugrunde liegenden Unternehmen dreimal schneller wuchsen als in jedem anderen Sektor des Aktienmarktes.
Der Bitwise 10 Large Cap Crypto Index fiel im vierten Quartal um 26,29 % und beendete das Jahr 2025 mit einem Rückgang von 10,64 %. Bitcoin verlor im vierten Quartal 23,48 % (6,26 % im Jahr 2025), während Ethereum um 28,59 % fiel (11,03 % im Jahr 2025). Dennoch blieb die Marktkapitalisierung des Kryptomarktes mit etwa $2,78 Billionen stabil, wobei Bitcoin 63,6 % und Ether etwa 12,9 % ausmachten.
Bitwise sieht positive Entwicklungen bei den Einnahmen und der Infrastruktur. Der Bericht hebt hervor, dass sowohl das verwaltete Vermögen von Stablecoins als auch deren Transaktionsaktivität neue Höchststände erreichten, was auf eine nachhaltige Welle der Akzeptanz hindeutet.
Vier Krypto-Katalysatoren, die Bitwise 2026 im Blick hat
Bitwise prognostiziert, dass die nächste Phase des Marktes weniger von narrativen Veränderungen als von identifizierbaren Katalysatoren geprägt sein wird. Dazu zählt die US-Gesetzgebung zur Marktstruktur, insbesondere der CLARITY Act, der eine starke regulatorische Grundlage schaffen könnte.
Ein weiterer Katalysator ist der sogenannte "Stablecoin-Superzyklus". Stablecoins werden zunehmend als Zahlungsinfrastruktur angesehen, die sich von der allgemeinen Krypto-Volatilität abkoppelt. Im Jahr 2025 erreichte das jährliche Transaktionsvolumen von Stablecoins $32 Billionen, ein Anstieg von 73 % im Vergleich zum Vorjahr.
Ein dritter Faktor ist die erwartete Veränderung bei der US-Notenbank. Der bevorstehende Abgang von Fed-Chef Jerome Powell im Mai bietet Präsident Trump die Möglichkeit, neue Führungskräfte zu ernennen. Kevin Hassett wird als möglicher Kandidat genannt, der als geldpolitisch zurückhaltender gilt, was die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen erhöhen und die Krypto-Assets beflügeln könnte.
Der vierte Katalysator betrifft die Verteilung über große US-Vermögensplattformen. Nach den Genehmigungen im vierten Quartal erhielten Finanzberater bei drei der vier großen Wirehouses Zugang zu Krypto-ETFs. Diese Berater verwalten Vermögenswerte in Höhe von etwa $16 Billionen, und Bitwise erwartet, dass die anfänglichen Zuflüsse im ersten Quartal langsam beginnen und dann zunehmen werden.
Hougan betont, dass kein einzelner Faktor entscheidend ist, sondern dass die Bodenbildung davon abhängt, ob sich die zugrunde liegenden Daten weiter verbessern. Er schrieb, dass er das Memo am 16. Januar verfasste, nachdem Krypto bereits starke Jahresanfangsrenditen verzeichnet hatte, und fügte hinzu: „Wenn die fundamentalen Daten in diesem Bericht stabil bleiben, könnte sich dieser Trend fortsetzen.“
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes bei $3,00 Billionen.

