Bitcoin „Death Cross“ sorgt erneut für Panik: Geschichte zeigt, es ist oft ein spätes Signal

Das „Death Cross“ von Bitcoin flackert wieder in den Diskussionen auf. Matthew Sigel, Leiter der Digital Asset Research bei VanEck, erwähnte, dass er Fragen von Kunden zum aktuellen Death Cross erhält – dem Phänomen, bei dem der gleitende 50-Tage-Durchschnitt unter den 200-Tage-Durchschnitt fällt. Er antwortete mit einer Datensammlung, die tendenziell beruhigend wirkt.
„Lagging indicator,“ Sigel schrieb auf X, neben einer Tabelle über jedes Bitcoin Death Cross seit 2011. Die zusammengefassten Statistiken sind eindeutig: Die 6-Monats-Medianrendite nach einem Death Cross beträgt +30%, die 12-Monats-Medianrendite +89%, und die „positive Trefferquote“ liegt bei 64%.
Ein weiteres Bitcoin Death Cross, ein weiteres verpasstes Tief?
Aber das Interessante sind nicht nur die Renditen. Es ist Sigels Marktregime-Spalte - im Grunde ein Hinweis darauf, dass das gleiche technische Signal je nach Zyklusphase völlig verschiedene Bedeutungen haben kann.
Betrachten Sie die als eine Art „Tiefpunkt“ markierten. 2011 („post-bubble bottom“) trat das Death Cross in den Trümmern eines frühen Blasenabsturzes auf, und die nächsten 12 Monate betrugen +357%. 2015 („cycle bottom“) waren es +82% nach sechs Monaten und +159% nach 12 Monaten – klassisches Verhalten nach einer Kapitulation, bei dem Trendindikatoren erst spät folgen, nachdem der Preis sich bereits stabilisiert hat und zu drehen beginnt.
2020 („Covid bottom“) ist das extreme Beispiel: erzwungene Liquidation, politische Reaktion, dann ein gewaltiges Comeback (+812% über 12 Monate). Und 2023 wird ebenfalls als „cycle bottom“ bezeichnet, mit +173% nach sechs Monaten und +121% nach 12 Monaten – eine dieser Phasen, die „das ist schrecklich, bis es das nicht mehr ist“ perfekt beschreibt, die Krypto besser beherrscht als jede andere Anlageklasse.
Sehen Sie sich nun „structural bear“ an. Dieses Label tritt 2014 (zweimal), 2018 und 2022 auf – und die zukünftigen Renditen sind größtenteils unvorteilhaft: 2014 verzeichnet -48% und -56% über 12 Monate, 2018 ist -35%, und 2022 ist -52%. Ein anderes Umfeld. Weniger „Abwasch und Erholung“, mehr „Trend ist abwärts, weil das System abgebaut wird“, sei es nun wegen der Miner, Kreditvergabe, Börsen oder durch eine Verschärfung der makroökonomischen Liquidität. In diesen Regimen ist ein Death Cross kein spätes Alarmsignal – es bestätigt vielmehr, dass der Abwärtstrend real und dauerhaft ist.
Die dazwischen liegenden Markierungen sind ebenfalls wichtig. 2019 ist als „late bear“ gekennzeichnet, mit +9% nach sechs Monaten und +89% nach 12 – unruhig, ungleichmäßig, aber mit Verbesserung, wenn sich der Zyklus wendet. 2021 ist „late cycle“: +30% nach sechs Monaten, dann -43% nach 12, was zu einem Regime passt, in dem Trendindikatoren hin und her schwanken können, während Verteilung und makroökonomische Straffung sich einschleichen.
Und dann ist da noch 2024: „post-ETF regime“, mit +58% nach sechs Monaten und +94% nach 12. Diese Markierung leistet viel Arbeit. Sie deutet darauf hin, dass der Hintergrund nicht nur „Preis vs. gleitende Durchschnitte“ ist, sondern strukturelle Nachfrage (ETFs), unterschiedliche Liquiditätsstrukturen und ein Markt, der sich weniger wie rein reflexive Hebelwirkung verhält und mehr wie eine Mischung aus traditionellen Finanzströmen und kryptospezifischer Positionierung.
Also lautet die Schlussfolgerung nicht „Death Crosses sind bullisch“. Das ist nicht wahr. Das Signal ist meist ein nachlaufender Spiegel – und das tatsächliche Regime, in dem Sie sich befinden (Bodenbildung, späte Baisse, struktureller Abbau, späte Zyklusphase, Markt nach ETF-Strömen), entscheidet darüber, ob es sich um einen Fehlalarm, eine Bestätigung oder einfach nur um Rauschen mit einem beängstigenden Namen handelt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Bitcoin bei $86,631 gehandelt.

