Bitcoin-Gemeinde: Uneinigkeit über Saylor’s Botschaft
Michael Saylor, Mitgründer und Vorsitzender von Strategy, ist bekannt für seine gewichtigen Meinungen in der Welt der Bitcoin-Anhänger. Jüngst sorgte er jedoch für Verwirrung, als er auf der Plattform X einen bemerkenswerten Videoclip von seinem Auftritt in der "The Peter McCormack Show" erneut postete. In diesem einjährigen Rückblick auf seine Äußerungen warnte Saylor vor möglichen negativen Auswirkungen von Änderungen am Bitcoin-Protokoll.
Besonders brisant: Ein Aufruf am Ende des Videos, der Saylor selbst nie öffentlich zugeschrieben wurde, richtete sich an Bitcoin-Knotenbetreiber, die Änderungen der alternativen Bitcoin Core Version 30 vermeiden möchten. Die Bitcoin Core Entwickler hatten sich bereits im Juni auf eine Änderung geeinigt, um die in OP_RETURN speicherbare Datenmenge von 80 auf 100.000 Bytes zu erhöhen.
Diese Änderung spaltet die Community: Befürworter sehen darin die Möglichkeit für komplexere Anwendungen und das Ende momentan notwendiger Umgehungslösungen. Kritiker befürchten Netzüberlastungen oder sogar die Speicherung problematischer Inhalte. Derweil wird Saylor von Unterstützern der Bitcoin Knots-Fraktion als Unterstützer ihrer Sache dargestellt, obwohl seine wahre Haltung unsicher bleibt.
In gewisser Weise erinnert die Debatte an die Kontroversen rund um Ordinals, eine Art Bitcoin-basierter NFTs, die 2023 kurzzeitig in den Fokus rückten. Für einige symbolisierte dieser Vorgang Innovation, andere bestanden auf Bitcoins fokussierter Rolle als monetäres Medium.
Saylor hat sich bisher nicht öffentlich für eine der beiden Softwarevarianten ausgesprochen. Indirekt verteidigte er die Debatte um Ordinals mit Blick auf das Potential für langfristige Vorteile für Miner und höhere Bitcoin-Akzeptanz. Dieses Mal scheint jedoch selbst er zwischen den Fronten zu stehen: Den Post zu entfernen könnte als Parteinahme ausgelegt werden. Nichtsdestotrotz, die Frage bleibt, ob Saylor das pro-Knots Statement zu Ende angesehen hatte, als er das Video teilte.

