Bin Laden leistete vor Tötung angeblich keine Gegenwehr

30. August 2012, 17:00 Uhr · Quelle: dpa

Washington (dpa) - US-Elitesoldaten schossen Terroristenchef Osama bin Laden bei ihrem Überraschungsangriff im Mai 2011 angeblich schon in der Wohnungstür seines Anwesens tödlich in den Kopf.

Er habe keine Gegenwehr geleistet, als Navy Seals das Gebäude in Pakistan stürmten, heißt es nach Darstellung der «Washington Post» und der «New York Times» vom Donnerstag in einem neuen Buch, in dem ein an der Operation beteiligter Elitesoldat die Vorgänge beschreibt.

Die Navy Seals schossen demnach auf Bin Laden, als dieser aus seiner Wohnungstür im dritten Stock ins Treppenhaus geschaut habe. Zu diesem Zeitpunkt sei das Spezialkommando schon mindestens 15 Minuten lang durch das Anwesen gestürmt. Bin Laden sei dann aus dem Kopf blutend in seinem Schlafzimmer gefunden worden. Bei der Durchsuchung der Wohnung seien auf einem Regal in der Nähe des Eingangs, in dem Bin Laden gestanden habe, zwei Waffen gefunden worden. Beide seien nicht geladen gewesen. Bin Laden habe sich demnach zwar nicht ergeben, aber er habe keine Gegenwehr geleistet.

Der «New York Times» zufolge wirft die Schilderung in dem Buch Fragen darüber auf, ob Bin Laden zum Zeitpunkt seiner Tötung eine Bedrohung für die Navy Seals darstellte. Das Weiße Haus hatte dem Blatt zufolge nach der Operation erklärt, dass ein Schuss im Treppenhaus Bin Laden verfehlt habe. Das Team habe den Terroristenchef dann im Schlafzimmer gestellt und mit einem Schuss in die Brust und einem weiteren über dem linken Auge getötet. Allerdings räumte das Weiße Haus auch ein, dass Bin Laden unbewaffnet gewesen sei.

Das Buch trägt den Titel «No Easy Day: The Firsthand Account of the Mission That Killed Osama bin Laden». (Deutsch: Kein leichter Tag: Ein Bericht aus erster Hand über den Einsatz, bei dem Osama bin Laden getötet wurde). Autor ist der «Washington Post» und anderen Medien zufolge der inzwischen in den Ruhestand getretene Matt Bissonnette, der bei der Operation einer der Teamführer gewesen sei. Er schrieb das Buch, das in der kommenden Woche auf den Markt kommen soll, unter dem Pseudonym Mark Owen. Der «Washington Post» und der «New York Times» liegt nach eigenen Angaben ein Vorabexemplar vor.

Die Veröffentlichung des Buches war weder vom Weißen Haus noch vom Pentagon genehmigt worden: Sie zeigten sich vielmehr überrascht und verärgert. Den Zeitungen zufolge lehnten beide eine Stellungnahme zum Inhalt des Buches ab. «Wir werden die Schilderung weder bestätigen noch dementierten», zitierte die «New York Times» James Gregory, einen Pentagonsprecher. Demnach erwägt das Verteidigungsministerium aber gerichtliche Schritte gegen den Autoren.

Der «Washington Post» zufolge schildert der Verfasser, dass in Vorbereitungsgesprächen vor der Operation die Frage aufgekommen sei, ob Bin Laden getötet oder gefangen genommen würde. Ein Anwalt der Regierung habe zu einem Zeitpunkt klargemacht, dass «dies kein Mordanschlag ist». «Wenn er nackt ist und die Hände erhoben hat, werden Sie nicht angreifen. ... Wenn er keine Bedrohung darstellt, werden Sie ihn festnehmen.»

Aus dem Buch geht nach Angaben der Zeitung aber hervor, dass die Seals sich entschlossen, kein Risiko einzugehen, als der bärtige Mann aus der Wohnungstür auf sie blickte. Zu diesem Zeitpunkt sei die Operation bereits 15 Minuten lang im Gange gewesen, und die Bewohner des Anwesens hätten nach zahlreichen gefallenen Schüssen und Explosionen gewusst, was vor sich gehe. Bin Laden habe genügend Zeit gehabt, sich eine Selbstmordattentat-Weste umzubinden oder schlicht zur Waffe zu greifen, zitiert die Zeitung den Autoren.

So hätten die Seals denn einen Hinterhalt gefürchtet und auf den Mann in der Tür geschossen, der danach in den dunklen Raum hinter ihm verschwunden sei. Gleich darauf hätten sie ihn dann am Fuß seines Bettes vorgefunden, mit einer Blutlache unter seinem Kopf. Zwei Frauen hätten sich weinend über ihn gebeugt. Bin Laden habe sich gewunden und die Seals dann noch mehrere Schüsse auf ihn abgegeben, um sicherzustellen, dass der Mann auch wirklich tot sei.

Terrorismus / USA
30.08.2012 · 17:00 Uhr
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