Bildungsreform: Mehr Flexibilität und Verbindlichkeit gefordert
Ein neuer Vorstoß des Aktionsrates Bildung plädiert für eine umfassende Flexibilisierung der Bildungsphasen in Deutschland, insbesondere während der Übergangszeit von der Grund- zur weiterführenden Schule. Die zentrale Forderung besteht darin, die Lernzeiten den individuellen Bedürfnissen der Schüler anzupassen, um so die Lesekompetenzen sowie Schreib- und Rechenfähigkeiten zu verbessern. Dieses Anliegen manifestiert sich in einem kürzlich veröffentlichten Gutachten, welches der Deutschen Presse-Agentur exklusiv vorgelegt wurde.
Wolfram Hatz, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, der maßgeblich an der Gründung des Aktionsrats beteiligt war, hebt hervor, dass flexible Lernzeiten ein Garant dafür sein könnten, dass Schüler nicht den Anschluss verlieren. Mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel betont Hatz, dass es unerlässlich ist, ein weitreichendes Kompetenzniveau zu sichern.
Der Bericht empfiehlt, die bisherigen flexiblen Unterrichtsmodelle der ersten beiden Grundschuljahre auf die gesamte Grundschulzeit auszuweiten. Auch soll es möglich sein, individuell flexibel zu entscheiden, wann ein Kind bereit ist, eine weiterführende Schule zu besuchen. Ähnliche Flexibilitäten sollten auch in den weiterführenden Schulen etabliert werden, um der Leistungsschwäche in Deutschland, die durch Tests wie der Pisa-Studie offenbart wurde, entgegenzuwirken.
Ein weiterer Punkt des Gutachtens ist die mangelnde Förderung wesentlicher Kompetenzen und die fehlende Anpassung des Unterrichts an unterschiedliche Lernvoraussetzungen. Zudem wird bemängelt, dass sich Erziehungspraktiken verändert haben, wodurch die Selbststeuerungskompetenz von Schülern ungenügend entwickelt wird. Verbindliche Leistungsstandards, die in der Qualität und Vergleichbarkeit der Abschlüsse sicherstellen, werden ebenfalls gefordert. Schließlich sollen mehr Eigenverantwortung und Engagement der Schüler, Eltern und Lehrer gefordert werden.
Laut dem Bericht erfüllen 15 Prozent der Neuntklässler in Deutschland nicht die Mindeststandards im Lesen. Zudem verlassen über sechs Prozent der Schüler die Schule ohne jeglichen Abschluss. Solche Zahlen verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf im Bildungssektor.

