Bezeichnungskampf um Veggie-Produkte: Minister Rainer tritt auf die Bremse
Bundesagrarminister Alois Rainer hat sich entschieden gegen die Pläne ausgesprochen, Bezeichnungen wie 'Veggie-Schnitzel' und 'Tofu-Wurst' für pflanzliche Lebensmittel zu verbieten. Der CSU-Politiker warnte, dass dies 'unglaublich hohe Kosten für die Wirtschaft' nach sich ziehen und gleichzeitig die Bürokratie verstärken würde.
Kurz vor seinem Treffen mit einem EU-Amtskollegen in Luxemburg betonte er erneut seine Haltung: 'Ich stehe für Bürokratieabbau, deshalb unterstütze ich diesen Vorschlag nicht.' Bereits im 'Münchner Merkur' hatte er ähnliche Bedenken geäußert.
Rainer zufolge ist die Diskussion längst überfällig, da Verbraucher mittlerweile sehr wohl unterscheiden könnten, dass Veggie-Produkte nicht aus Fleisch bestehen. Während das Europäische Parlament kürzlich mehrheitlich für ein solches Verbot stimmte und Begriffe wie 'Steak', 'Schnitzel', 'Burger' und 'Wurst' für tierische Produkte vorbehalten möchte, brodeln die Gemüter.
Besonders Fraktionen rechts der Mitte befürworteten dieses Vorhaben, während die Mehrheit der deutschen Unions-Abgeordneten dagegen stimmte. Auch aus der Wirtschaft kommt Gegenwind: Verbraucherschützer und namhafte Handelsunternehmen sehen ein Verbot kritisch.
In einem eindringlichen Brief warnten Aldi Süd, Lidl und Burger King vor den wirtschaftlichen Schäden, die ein solches Verbot mit sich bringen könnte. Ob das Verbot letztlich umgesetzt wird, hängt von den noch ausstehenden Verhandlungen zwischen den EU-Staaten und dem Europaparlament ab.

