Bernie Ecclestone trennt sich von legendärer Formel-1-Wagensammlung
Bernie Ecclestone, einstiger Zampano der Formel 1, überrascht die Motorsportwelt mit dem Verkauf einer der bedeutendsten Sammlungen von Grand-Prix-Fahrzeugen überhaupt. Die Kollektion umfasst 69 Rennwagen, die seit Beginn der Formel-1-Weltmeisterschaft im Jahr 1950 Geschichte geschrieben haben. Darunter sind Fahrzeuge, die von Legenden wie Alberto Ascari, Mike Hawthorn, Niki Lauda, Nelson Piquet und Michael Schumacher pilotiert wurden.
Als besonderes Highlight gilt das kontroverse Brabham BT46B "Fancar", das durch seine innovative Konstruktion mit einem gewaltigen Lüfter zur Erzeugung von Abtrieb im Rennsport für Wirbel sorgte. Niki Lauda führte diesen Boliden 1978 in Schweden zum Sieg, ehe er aufgrund technischer Regularien aus dem Verkehr gezogen wurde.
In einer Erklärung äußerte der 94-jährige Ecclestone: "Ich liebe all meine Autos, aber es ist Zeit, darüber nachzudenken, was mit ihnen geschieht, wenn ich nicht mehr da bin." Anstatt seine Sammlung vererben zu lassen, entschied er sich für den Verkauf, um sicherzugehen, dass ihre zukünftigen Besitzer die Rennwagen genauso schätzen wie er.
Der Verkauf wird über den renommierten Händler für klassische und historische Sport- und Rennwagen, Tom Hartley Jnr, abgewickelt und nicht auf einer Auktion. Hartley bezeichnete diese Kollektion als die bedeutendste ihrer Art weltweit, wobei er die Ferrari-Rennwagen besonders hervorhob. „Diese Sammlung ist die Geschichte der Formel 1“, so Hartley.
Zu den bemerkenswerten Ferraris gehören das Modell 375F1, das Ascari 1951 beim Großen Preis von Italien zum Sieg führte, Hawthorns Titelauto von 1958 und Schumachers Wagen aus dem Jahr 2002. Ecclestone, der auch als früherer Besitzer des mittlerweile nicht mehr existenten Brabham-Teams bekannt ist, betonte, dass er stets die besten Fahrzeuge erwarb. „Nun ist es Zeit, sie in neue Hände zu übergeben, die sie ebenso schätzen und pflegen.“
In den 1950er Jahren begann Ecclestone seine Karriere mit eigenen Rennversuchen, bevor er als Manager von Rennfahrern wie dem posthum zum Weltmeister gekürten Österreicher Jochen Rindt Erfolg hatte. In den 1980er Jahren übernahm er die kommerzielle Vermarktung der Formel 1 und wurde dadurch zum Milliardär.

