Berlin und der Balanceakt: Neujustierung des Verhältnisses zu Israel?
Die neue Regierungskoalition in Berlin sieht sich mit der anspruchsvollen Aufgabe konfrontiert, ihr Verhältnis zu Israel neu zu bewerten. Der voraussichtlich zukünftige Außenminister, Johann Wadephul, hatte noch im September erklärt, dass die Politik Israels oftmals schwer verständlich sei. Gleichzeitig betonte er jedoch die Bedeutung eines eindeutigen Bekenntnisses zur Sicherheit Israels.
Diesen heiklen Balanceakt aufrechtzuerhalten, gestaltet sich aufgrund der aktuellen Bilder notleidender palästinensischer Kinder zunehmend komplizierter. Kanzler in spe Friedrich Merz wird sich kritischen Fragen stellen müssen: Sollten wir als Deutsche, mit unserer bewegten Vergangenheit, nicht entschiedener darauf hinwirken, dass der Schrecken im Gazastreifen ein Ende findet?
Es geht dabei nicht darum, Israel zu belehren, sondern darum, unsere eigene Glaubwürdigkeit zu wahren und uns den ethischen Verpflichtungen gegenüber der Weltgemeinschaft zu stellen.

