Berlin nach Stromausfall: SPD-Spitzenkandidat fordert Landessicherheitsrat
Nach dem jüngsten Stromausfall in der Hauptstadt hat Steffen Krach, der Spitzenkandidat der Berliner SPD, die Einführung eines Landessicherheitsrats vorgeschlagen. Dies soll als Reaktion auf die erneut gestiegene Anfälligkeit der Infrastruktur der Stadt dienen.
Krach sieht in diesem Gremium, das vom Regierenden Bürgermeister geleitet werden solle, eine Möglichkeit, eine klarere Zuständigkeit und schnellere Reaktionsfähigkeit sicherzustellen. Einen solchen Rat hatte die Bundesregierung auf nationaler Ebene bereits im vergangenen Jahr initiiert.
In einem Interview mit dem 'Tagesspiegel' betonte Krach, dass die Abstimmung mit der Senatsinnenverwaltung und weiteren Ressorts eng erfolgen müsse, jedoch die Hauptverantwortung beim Regierenden Bürgermeister liege. Diese solle im strukturellen Aufbau Berlins sichtbar werden.
Mit Blick auf den Amtsinhaber Kai Wegner (CDU) übte Krach harsche Kritik: In den Wochen des Ausfalls habe Wegner zu passiv gewirkt und nicht die notwendige Transparenz gezeigt. So hatte Wegner beispielsweise zunächst bestritten, während des Stromausfalls eine Stunde Tennis gespielt zu haben, obwohl er zuvor behauptet hatte, den ganzen Tag am Telefon koordinierend tätig gewesen zu sein.
Krach unterstrich, dass die Ereignisse Konsequenzen für die Energienetzstruktur haben müssten. Das öffentlich einsehbare Stromnetz müsse aus Sicherheitsgründen nachgebessert werden. Er forderte, das oberirdische Stromnetz baulichen Maßnahmen zu unterziehen und permanent videoüberwachen zu lassen, um die Sicherheit zu erhöhen.

