Berlin eröffnet neuen Abschnitt der A100 – Kritiker formieren sich
Nach einer zwölfjährigen Bauzeit und erheblichen Investitionen wurde in Berlin der neueste Abschnitt der Stadtautobahn A100 feierlich eröffnet. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, beide von der CDU, leiteten die Eröffnung des 3,2 Kilometer langen Teilstücks. Bereits am Nachmittag sollen die ersten Fahrzeuge die neue Strecke befahren. Schnieder unterstrich die Vorteile für Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, da nicht jeder das Glück habe, in der Nähe von U-Bahn- oder S-Bahn-Stationen zu wohnen.
Doch die Meinungen über das Projekt sind geteilt. Greenpeace-Verkehrsexpertin Lena Donat äußerte ihre Bedenken und kritisierte die immense Summe, die in eine veraltete Infrastruktur investiert wurde. Ihrer Ansicht nach könnte Berlin durch alternative Mobilitätsprojekte zu einer modernen Metropole wie Paris werden, die jüngst Maßnahmen zur Verringerung des Autoverkehrs ergriffen hat. Indes prüft der Berliner Senat neben dem Autobahnausbau auch ein Konzept für eine mögliche Erweiterung von Tempo-50-Zonen.
Der fertiggestellte Abschnitt soll den Berliner Osten besser mit dem Autobahnnetz und dem Flughafen BER verbinden. Ursprünglich im Jahr 2013 mit einem Budget von 450 Millionen Euro begonnen, stiegen die Kosten auf über 720 Millionen Euro – was das Projekt zur vermeintlich teuersten Straße Deutschlands macht. Schnieder erklärte die Herausforderungen mit der Komplexität der Bauarbeiten, Lieferengpässen durch den Ukraine-Krieg und den Effekten der COVID-19-Pandemie.
Zukünftig plant das Land, den 17. Bauabschnitt der Autobahn voranzutreiben. Dies sei unerlässlich, um den vollständigen Nutzen des Projekts zu entfalten, erklärte Schnieder. Kritiker äußerten ihr Unverständnis und protestierten gegen weitere Ausbaupläne. Ein Banner des Bündnisses "A100 wegbassen" an der Treptower Ausfahrt brachte ihre Forderung nach einem Planungsstopp deutlich zur Geltung.
Verkehrsforscher Andreas Knie äußerte zur Verlängerung der A100, dass die Autobahn den Verkehr nur verstärke und das Problem auf angrenzende Stadtteile verschiebe. Eine weitere Infrastrukturentwicklung könnte mehr Verkehr generieren, statt diesen zu beruhigen.

