Belém: Der "Gipfel des Volkes" als farbenfrohes Pendant zur Weltklimakonferenz
Während Diplomaten im klimatisierten Konferenzraum die globale Klimaagenda verhandeln, entfaltet sich draußen in der Hitze ein bemerkenswertes Schauspiel zivilgesellschaftlichen Engagements. Mehr als 1.200 Organisationen und Netzwerke versammeln sich in Belém, um beim sogenannten "Gipfel des Volkes" alternative Stimmen zur Weltklimakonferenz zu Gehör zu bringen.
Die brasilianische Aktivistin Alessandra Korap Munduruku formuliert es klar: Ohne lebendige Wälder und indigene Gemeinschaften könne der Klimaschutz nicht gelingen. Diese Botschaft wird von einer farbenfrohen Bootsparade verstärkt, die mit Flaggen und Slogans geschmückt entlang der Küste von Belém segelt. Die Boote sind dicht besetzt mit Aktivisten und indigenen Vertretern, die auf ihren einzigartigen Kulturmix aus Musik, Tanz und Kunst setzen, um auf die Dringlichkeit des Themas aufmerksam zu machen.
Das Spektakel erinnert an die eingeschränkten Protestmöglichkeiten bei früheren Klimakonferenzen in autoritär regierten Staaten wie Aserbaidschan, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der "Gipfel des Volkes" markiert in Belém daher nicht nur eine bemerkenswerte Explosion des zivilgesellschaftlichen Engagements, sondern auch ein entschiedenes Plädoyer für mehr Bürgerbeteiligung weltweit.

