Bedeutung der USA als EU-Handelspartner gewachsen

17. Januar 2025, 08:25 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Die USA haben ihre Bedeutung als wichtigster Absatzmarkt für EU-Exporte in den letzten zehn Jahren stark erhöht, 2023 erreichten die Exporte ein Volumen von 503,8 Milliarden Euro. Im Gegenzug hat der Anteil der Importe aus China abgenommen, während die Importe aus den USA auf einen Höchststand von 13,8 Prozent stiegen.

Wiesbaden - Die Bedeutung der USA als wichtigster Abnehmer von Exporten aus der Europäischen Union (EU) hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen.

2023 exportierte die EU Güter im Wert von rund 503,8 Milliarden Euro in die USA. Das waren 19,7 Prozent aller Exporte aus der EU, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag auf Basis von Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Noch höher waren die EU-Exporte in die USA nur im Jahr 2022 ausgefallen - mit einem Wert von 508,6 Milliarden Euro und einem Anteil von 19,8 Prozent an allen Exporten aus der EU. Binnen zehn Jahren ist der Anteil des transatlantischen Güterverkehrs von der EU in die USA deutlich gestiegen: Im Jahr 2013 hatte er noch bei 13,8 Prozent der EU-Exporte gelegen.

Dagegen ist der Anteil Chinas als Absatzmarkt für Waren aus der EU im Zehnjahresvergleich nur leicht gestiegen - seit 2020 hat er sogar abgenommen. 2023 exportierte die EU Güter im Wert von gut 223,4 Milliarden Euro nach China. Das entsprach einem Anteil von 8,7 Prozent der Exporte aus der EU. Im Jahr 2020 hatte dieser Anteil bei 10,5 Prozent gelegen und ist seitdem gesunken. Der Anteil der EU-Exporte nach China lag 2023 nur leicht über dem Niveau von 2013 mit damals 7,6 Prozent.

Betrachtet man die meistexportierten Waren im Jahr 2023, ist die Bedeutung der Vereinigten Staaten als Absatzmarkt für einige Branchen besonders groß. So ging gut ein Drittel (34,7 Prozent) aller Pharma-Exporte der EU im Jahr 2023 in die Vereinigten Staaten. In der Warengruppe der sonstigen Fahrzeuge, die zu einem Großteil Luft- und Raumfahrzeuge umfasst, aber zum Beispiel auch Schiffe und Schienenfahrzeuge, gingen 23,3 Prozent aller EU-Exporte in die Vereinigten Staaten. Bei Maschinen waren es 21,5 Prozent.

Bei der Einfuhr von Gütern in die Europäische Union hat China als Hauptherkunftsland zuletzt Marktanteile eingebüßt, während der Anteil der Importe aus den Vereinigten Staaten auf einen neuen Höchststand gestiegen ist. Dennoch bleibt China der wichtigste Lieferant für Importe in die EU: 2023 lag der Wert der von dort importierten Güter bei gut 520,4 Milliarden Euro und ihr Anteil an allen EU-Importen bei 20,6 Prozent. Der Anteil Chinas am Importvolumen der EU insgesamt ist jedoch ähnlich wie bei den Exporten seit dem Jahr 2020 rückläufig: Damals kamen noch 22,4 Prozent der Importe in die EU aus der Volksrepublik. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 hatte der Anteil Chinas bei 14,7 Prozent gelegen.

Umgekehrt hat der Anteil der Vereinigten Staaten an den EU-Importen in den letzten Jahren zugelegt und mit 13,8 Prozent im Jahr 2023 einen neuen Höchststand erreicht. Aus den Vereinigten Staaten führte die EU zuletzt Waren im Wert von 347,2 Milliarden Euro ein. Im Jahr 2013 waren 10,1 Prozent der EU-Importe aus den Vereinigten Staaten gekommen.

Unter den meistimportierten Waren war die Abhängigkeit von China zuletzt vor allem im Bereich Elektronik besonders hoch. Rund die Hälfte aller Importe von elektrischen Ausrüstungen (56,3 Prozent) sowie von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (47,0 Prozent) kamen 2023 aus China. Bei Maschinen waren 28,1 Prozent der Importe in die EU aus der Volksrepublik. Die Importe aus den USA machten bei sonstigen Fahrzeugen wie zum Beispiel Luft-, Raum- und Schienenfahrzeugen sowie Schiffen (42,3 Prozent) sowie bei pharmazeutischen Erzeugnissen (35,5 Prozent) einen besonders großen Teil des Importvolumens der EU aus.

Der Außenhandelsumsatz der EU mit den Vereinigten Staaten, also die Summe aus Exporten und Importen, lag mit 851,0 Milliarden Euro im Jahr 2023 wieder deutlich über dem Außenhandelsumsatz mit China (743,9 Milliarden Euro). In den Jahren 2020 und 2021 hatte die EU mehr Handel mit China als mit den Vereinigten Staaten betrieben.

Im Handel mit den Vereinigten Staaten erwirtschaftete die EU 2023 einen Exportüberschuss von gut 156,6 Milliarden Euro, exportierte also mehr in die USA, als sie von dort importierte. Binnen zehn Jahren hat sich dieser Exportüberschuss fast verdoppelt: 2013 hatte er noch bei 81,3 Milliarden Euro gelegen.

Umgekehrt übersteigen im Handel der EU mit China die Importe von dort deutlich die Exporte dorthin. So lag der EU-Importüberschuss im Handel mit China 2023 bei 297,0 Milliarden Euro. Zehn Jahre zuvor waren es noch 104,2 Milliarden Euro.

Insgesamt exportierte die EU 2023 Güter im Wert von 2.557,0 Milliarden Euro und importierte Güter für knapp 2.522,6 Milliarden Euro. Damit erzielte die EU 2023 wieder einen Exportüberschuss von knapp 34,5 Milliarden Euro. 2022 hatten die Rekordimporte der EU in Höhe von gut 3.006,2 Milliarden Euro zu einer negativen Handelsbilanz von 436,0 Milliarden Euro geführt. Ein Grund für den drastischen Importüberschuss damals: Durch stark angestiegene Energiepreise infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine hatte sich der Wert der Importe von Erdöl und Erdgas in die EU mit 555,4 Milliarden Euro 2022 gegenüber dem Vorjahr 2021 mehr als verdoppelt (257,2 Milliarden Euro), so das Bundesamt.

Wirtschaft / EU / USA / China
17.01.2025 · 08:25 Uhr
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