Baywa unter Druck: Aufsichtsräte treten zurück und neue Aufstellung des Boards geplant
Beim traditionsreichen Münchner Unternehmen Baywa führt der anhaltende Druck von Aktionären und Eigentümern zu weiteren personellen Veränderungen im Aufsichtsrat. Im Fokus steht der geplante Rückzug von Monika Hohlmeier, CSU-Politikerin und Tochter von Franz Josef Strauß, die zum 31. März ihre Aufsichtsratstätigkeit beendet. Dies ist jedoch nicht der einzige Rückzug: Auch der österreichische Raiffeisen-Funktionär Michael Höllerer wird den Aufsichtsrat zu diesem Datum verlassen, gefolgt von Monique Surges, der Leiterin der deutschen Handelskammer in Neuseeland, die ihren Abschied für Mai angekündigt hat.
Diese Abgänge geschehen in einer Zeit, in der Baywa aufgrund von Schulden in Höhe von über fünf Milliarden Euro unter intensivem Druck steht. Diese finanziellen Herausforderungen sind das Erbe einer fehlgeschlagenen internationalen Expansionsstrategie aus den 2010er Jahren. Der zunehmende Druck auf die langjährigen Aufsichtsräte wird auch von der Anlegergemeinschaft DSW unterstützt, deren Vizepräsidentin Daniela Bergdolt eine besonders pointierte Kritik an den "festgefahrenen" Rollen innerhalb des Gremiums äußerte.
Inmitten dieser Unruhen gibt es auch Lichtblicke: Gregor Scheller, der seit 2024 dem Aufsichtsrat vorsteht, bleibt von der Kritik unberührt und führt mit frischer Perspektive. Unter seiner Führung wurden bereits die Auswahlkriterien für den Vorstand überarbeitet, um das künftige Management effizienter und zielgerichteter aufzustellen. Die Veränderungen verdeutlichen den Willen und die Notwendigkeit des Unternehmens, die Krise zu überwinden und sich stabil aufzustellen.

