Bayern rüstet sich für Drohnenabwehr: Mehr Kompetenzen für die Polizei geplant
Drohnenüberflüge am Münchner Flughafen haben weitreichende Folgen nach sich gezogen, da das bayerische Kabinett bestrebt ist, der Landespolizei umfangreichere Befugnisse für die Ortung und mögliche Neutralisierung solcher Systeme zu gewähren. Hierzu könnte eine Anpassung des Polizeiaufgabengesetzes erforderlich werden, denn bisher stellt insbesondere der Abschuss von Drohnen eine rechtliche sowie technische Herausforderung dar.
Ein regelmäßiges Problem ist das Fehlen passender Ausrüstung, um solche Technologien effizient zu handhaben. Die ungebetenen Fluggeräte führten zur Stornierung zahlreicher Flüge, was wiederum Tausende von Passagieren zwang, die bayerische Metropole ungewollt länger zu besuchen. Ebenso wurden über einer militärischen Anlage nahe des Flughafens Drohnensichtungen verzeichnet.
Ministerpräsident Markus Söder von der CSU betonte Ende September die Notwendigkeit von sowohl Fang- als auch Jagddrohnen. Diese sollen nicht nur zur Abwehr eingesetzt werden, sondern auch bei Bedarf in der Lage sein, den Drohnen hinterherzujagen und, falls nötig, abzuschießen. Söder plädiert dafür, dass die dafür erforderlichen Drohnentechnologien in Bayern entwickelt werden sollten.
Offiziell bleibt unbekannt, wer hinter den bedrohlichen Drohnenflügen steckt. Der Kanzler Friedrich Merz von der CDU und Ministerpräsident Söder äußerten kürzlich öffentlich eine Vermutung über eine mögliche russische Einflussnahme. Der Kreml jedoch bestritt jegliche westliche Anschuldigungen. Europaweit, so auch in Dänemark, wird solchen Drohnensichtungen zunehmend ein russischer Hintergrund unterstellt, mit dem Ziel, Verunsicherung zu streuen.

