Bayer: Weiterer Rückschlag im PCB-Rechtsstreit in den USA
Bayer sieht sich erneut mit rechtlichen Herausforderungen in den USA konfrontiert. Im jüngsten Urteil entschied eine Geschworenenjury zugunsten von vier Klägern, denen insgesamt Schadens- und Strafersatzzahlungen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zugesprochen wurden. Trotz eines teilweisen Erfolgs, da 11 der 15 Kläger abgewiesen wurden, bleibt dieser Gerichtsentscheid ein Dämpfer in Bayer's Bestreben, die PCB-Streitigkeiten zu beenden.
Das Urteil betrifft angebliche Gesundheitsschäden durch PCB im Schulgebäude des Sky Valley Education Centers, für die Bayer jedoch weiter Berufung einlegen möchte. Der Konzern hofft, die zugesprochenen Zahlungen entweder aufzuheben oder zu reduzieren, da Umweltanalysen kaum PCB-Belastung nachweisen konnten. Analysten vertreten die Ansicht, dass diese Belastungen bereits weitgehend in den Aktienkurs eingepreist sind, der dennoch leicht anstieg.
Bayer kämpft weiterhin mit den teuren Altlasten aus dem Kauf von Monsanto, die das Unternehmen 2018 erwarb. Dabei sind die PCB-Verfahren nur ein Teil der Rechtsstreitigkeiten, die auch das umstrittene Herbizid Glyphosat umfassen. Diese Herausforderungen haben wesentlich zum dramatischen Kursverfall der Bayer-Aktie beigetragen, die seit dem ersten Glyphosat-Urteil einen erheblichen Wertverlust verzeichnete.
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf das Berufungsverfahren im Fall Erickson vor dem Washington Supreme Court im Februar. Ein positives Urteil könnte Bayers potenzielle Haftung in weiteren PCB-Fällen erheblich mindern.

