Bauernverband fordert zügige Finanzierung für Stallumbauten und Neugestaltung des Tierhaltungslogos
Der Deutsche Bauernverband drängt auf eine solide finanzielle Unterstützung, um Investitionen in verbesserte Standards der Tierhaltung zu ermöglichen. Am Rande der bevorstehenden Agrarmesse, der Grünen Woche in Berlin, äußerte sich Bauernpräsident Joachim Rukwied optimistisch. Er rief nach frischem Kapital, das direkt den Landwirten zugutekommen solle, um die Tierhaltung nachhaltig umzubauen. Rukwied betonte, dass zuerst bürokratische Hürden bei Bauvorschriften gesenkt werden müssten, bevor ein konkretes Budget bereitgestellt werden könne. Dabei scheint es ihm gleichgültig, aus welcher Quelle die Finanzierung stammt - entscheidend sei allein, dass diese gesichert wird. Seit Jahren ist die Mitfinanzierung von Milliardenprojekten in der Tierhaltung ein Schwerpunkt politischer Diskussionen. Der bisher angedachte Weg über erhöhte Fleischpreise im Handel fand jedoch weder bei der Politik noch bei Bundesagrarminister Alois Rainer Unterstützung.
In puncto Tierhaltungslogo plädierte Rukwied für eine grundlegende Überarbeitung. Er verwies auf ein bereits eingereichtes Konzept der Branchenverbände, das eine Neugestaltung der staatlichen Kennzeichnung für Fleisch vorsieht. Er erhofft sich eine zügige Umsetzung, damit ein eindeutiges Signal an die Tierhalter gesendet wird. Auch die Einbeziehung ausländischer Erzeugnisse und die Ausdehnung auf die Außer-Haus-Verpflegung stehen im Fokus der vorgeschlagenen Änderungen, um mehr Resonanz bei den Verbrauchern zu erreichen.
Die schwarz-rote Koalition hat unterdessen angekündigt, die Einführung des Tierhaltungslogos für Schweinefleisch auf den 1. Januar 2027 zu verschieben, mit einer weiteren Ausweitung auf die Gastronomie Mitte desselben Jahres. Das ursprüngliche Konzept der Ampel-Koalition sieht eine gestaffelte, fünfstufige Kennzeichnung vor, wurde aber bereits von 2025 auf das Jahr 2026 verschoben. Trotz einer freiwilligen Kennzeichnung, die bereits seit 2019 existiert, sind die bisherigen Pläne nicht als „großer Wurf“ anzusehen. Rukwied fordert daher eine schrittweise Ausweitung der Kennzeichnung auf andere Tierarten und hält den aktuellen Ansatz, mit der Schweinefleischkennzeichnung zu beginnen, für essentiell.

