Bauernproteste gegen Erbschaftssteuer-Reform: Landwirtschaft im Aufruhr
Der Protest von tausenden Landwirten in London gegen die jüngst bekanntgegebenen Änderungen der britischen Erbschaftssteuerregelungen für landwirtschaftliche Besitze zieht weite Kreise. Diese Neuregelungen bedrohen nach Aussage der Demonstranten nicht nur den Fortbestand von Familienbetrieben, sondern auch die nationale Ernährungssicherheit.
Die Landbesitzer aus dem ganzen Land versammelten sich mit Bannern wie „Wir wollen euch nur ernähren“ und „Rettet die Familienbetriebe“ nahe des Parlamentsplatzes, um ihren Unmut kundzutun. Unterstützung erhielten sie von konservativen und liberalen Abgeordneten, die die Reform als Angriff auf die ländlichen Gemeinschaften kritisierten.
Auch der prominente Landwirt und ehemalige Top Gear-Moderator Jeremy Clarkson war unter den Teilnehmern. Ab April 2026 sollen Bauern und Landbesitzer, die bisher von der Erbschaftssteuer befreit waren, für Vermögenswerte oberhalb von einer Million Pfund eine Abgabe von 20 Prozent leisten.
Downing Street betonte, dass verheiratete Paare oder Lebenspartner Farmen von bis zu drei Millionen Pfund steuerfrei weitergeben könnten, dank Ausnahmeregelungen, die jeweils eine Million Pfund pro Partner abdecken. David Corp, ein Landwirt aus Somerset, brachte seine Frustration zum Ausdruck und beklagte, dass viele wie er in großen Schulden stecken und sich die steuerlichen Belastungen nicht leisten könnten.
Der Vorsitzende der National Farmers' Union, Tom Bradshaw, bezeichnete die neuen Regelungen als „das Fass zum Überlaufen bringend“. Er kritisierte die fehlende Konsultation und unzureichende Berücksichtigung der Landwirtschaft durch das Finanzministerium.
Die Regierung versichert, dass lediglich 500 Betriebe betroffen sein werden, doch die National Farmers' Union hält dies für eine Fehleinschätzung und wirft dem Finanzministerium vor, die Tragweite zu unterschätzen. Die Country Land and Business Association warnt sogar vor potenziellen Auswirkungen auf bis zu 70.000 Betriebe und den damit verbundenen Arbeitsplatzverlusten im ländlichen Raum.
Der Defra-Minister Steve Reed verteidigte die Reform und argumentierte, dass sie notwendig sei, um in dringend benötigte öffentliche Dienste zu investieren.

