Baubranche im Aufwind: Hoffnungsschimmer für Wohnungsmarkt
Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt eine vielversprechende Trendwende in der angeschlagenen deutschen Baubranche auf. Nach einer fünfjährigen Durststrecke wird erwartet, dass das Bauvolumen ab 2026 wieder preisbereinigt ansteigt. Der größte Wachstumstreiber ist der öffentliche Bau, der von staatlichen Investitionen profitiert, während der Büro- und Fabrikbau schwächelt.
Dies offenbart sich als Hoffnungsschimmer für die angespannten Wohnungsmärkte. Studienautorin Laura Pagenhardt weist darauf hin, dass eine Stabilisierung bei Baupreisen und Zinsen, verbunden mit Investitionen aus Sondervermögen, einen wesentlichen Beitrag zur Erholung leisten könnten. Ein signifikanter Wachstumsschub wird im öffentlichen Tiefbau erwartet, während sich auch der Wohnungsneubau nach Jahren der Krise wieder belebt.
Der krisenbedingte Rückgang der Bautätigkeit, ausgelöst durch steigende Zinsen und Kosten nach dem Ukraine-Krieg, hatte die Wohnraumsituation insbesondere in Städten verschärft. Ein erhöhter Neubau könnte den Mietdruck mildern. Eine Erholung der Baubranche könnte auch der stagnierenden Wirtschaft in Deutschland Auftrieb geben. Laut DIW könnte das Bauvolumen bis 2027 die Marke von 600 Milliarden Euro überschreiten und damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor werden.
Das Risiko besteht jedoch in einem möglichen Preisanstieg durch die vielen staatlichen Investitionen, sollte die Bauwirtschaft an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Studienautor Martin Gornig mahnt, dass eine höhere Bauproduktivität notwendig sei, um den Druck auf die Preise zu entschärfen. Zur Koordination der Investitionen könnte eine staatliche Taskforce beitragen.
- Deutsche Presse-Agentur

