Bau neuer Gaskraftwerke: Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die ambitionierten Pläne der Bundesregierung, neue Gaskraftwerke zu errichten, stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Siemens-Energy-Chef Christian Bruch beschreibt das Unterfangen als ein spannendes „Fotofinish“. Der Grund dafür sind die aktuell enorm langen Lieferzeiten für große Gasturbinen, die sich derzeit auf vier Jahre belaufen. Eine kurzfristige Entspannung bei den Lieferzeiten ist nicht in Sicht, weshalb sofortige Maßnahmen erforderlich sind, um bis Anfang 2026 in die Vergabeprozesse einzusteigen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte kürzlich angekündigt, dass im Jahr 2026 neue Gaskraftwerke mit einer Kapazität von acht Gigawatt ausgeschrieben werden sollen. Der Zeitrahmen sieht vor, dass diese bis 2031 in Betrieb gehen. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD ist allerdings ursprünglich der Bau von Gaskraftwerken mit einer Gesamtleistung von bis zu 20 Gigawatt bis zum Jahr 2030 vorgesehen.
Diese Gaskraftwerke sollen als Sicherheitsnetz dienen, um den Strombedarf zu decken, wenn erneuerbare Energien aufgrund von fehlendem Sonnenschein oder Wind nicht ausreichen. Dies ist besonders wichtig, da Deutschland für das Jahr 2038 den stufenweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung geplant hat, was einen erheblichen Verlust an sogenannter gesicherter Leistung zur Folge haben wird.

