Battlefield 6: Warum DICE nach dem 2042-Debakel vom Erfolg überzeugt ist
Nach dem kolossalen Schiffbruch, den DICE mit Battlefield 2042 erlitten hat, blickt die Gaming-Welt mit einer Mischung aus Hoffnung und Skepsis auf den bevorstehenden Nachfolger. Doch aus den heiligen Hallen des schwedischen Entwicklerstudios dringen Töne unerschütterlicher Zuversicht. Ein Produzent des Hauses ist felsenfest davon überzeugt, dass die Veröffentlichung von Battlefield 6 am 10. Oktober einen triumphalen Erfolg markieren wird – ein Erfolg, der die tiefen Wunden des Vorgängers heilen soll. Die jüngst abgehaltene Open Beta im August scheint diese optimistische Haltung zu untermauern, denn sie entfachte bei den Fans ein lange vermisstes Feuer der Begeisterung. Angesichts des überwältigenden Feedbacks aus der Community fühlen sich die Entwickler in ihrem neuen, alten Kurs bestätigt.
Ein Blick in den Rückspiegel: Das Debakel um 2042
Man muss kein Prophet sein, um die Veröffentlichung von Battlefield 2042 im November 2021 als eine Zäsur für die renommierte Franchise zu bezeichnen. DICE verfolgte damals hochtrabende Pläne, die jedoch am Ende in einem Scherbenhaufen mündeten. Gigantische Karten für bis zu 128 Spieler und der kontroverse Verzicht auf eine klassische Einzelspielerkampagne stießen vielen langjährigen Anhängern der Serie sauer auf. Das gnadenlose Urteil der Nutzerschaft spiegelte sich in desaströsen Bewertungen wider, wie etwa die demütigende 2,4/10 auf Metacritic eindrucksvoll belegt. Diese schallende Ohrfeige zwang die Verantwortlichen, fundamental umzudenken und für Battlefield 6 einen radikal anderen Weg einzuschlagen: eine Reise zurück zu den eigenen Stärken, Hand in Hand mit den Spielern.
Kurskorrektur: Die Formel des Erfolgs
Im Gespräch mit PCGamesN offenbarte DICE-Produzent Jeremy Chubb, dass man sich der überbordenden Ambitionen von 2042 bewusst sei. Für den neuen Titel besinnt man sich jedoch wieder auf die glorreichen Wurzeln, die frühere Spiele der Reihe so erfolgreich machten. „Dieses Spiel orientiert sich wesentlich stärker an dem, was wir insbesondere mit Battlefield 3 und Battlefield 4 geschaffen haben“, erklärte Chubb. „Elemente dieser Titel scheinen wirklich stark durch.“ Eine kluge Strategie, bedenkt man, dass gerade diese beiden Ableger zu den am höchsten gelobten und beliebtesten Kapiteln der gesamten Battlefield-Saga zählen. Es ist eine unmissverständliche Ansage: Man hat die lauten Rufe der Community nicht nur gehört, sondern sie zum Fundament der neuen Entwicklung gemacht.
Battlefield Labs: Der direkte Draht zur Community
Ein entscheidender Faktor für diese neugewonnene Zuversicht ist der enge Schulterschluss mit der Spielerschaft. Chubb verweist explizit auf die Etablierung der Battlefield Labs, einer Plattform, die es DICE und EA ermöglichte, die Entwicklung von Battlefield 6 im ständigen Dialog zu verfeinern. Er beschreibt die euphorische Energie des Publikums nach der Beta als geradezu überwältigend. „Wir haben dieses Selbstvertrauen, weil wir uns vorgenommen haben, mit der Community zu kooperieren. Wir haben dieses Programm, Battlefield Labs. Manchmal legen wir den Leuten ziemlich unfertige Software vor, und das war eine Reise, die wir alle gemeinsam gehen mussten, um Einblicke in den Entwicklungsprozess zu gewähren.“
Ein Beta-Test, der Bände spricht
Dass diese demütige und transparente Herangehensweise Früchte trägt, demonstrierte der August auf beeindruckende Weise. Die von DICE vorgenommenen Änderungen, um ein maßgeschneidertes Erlebnis für die Fans zu kreieren, zahlten sich fulminant aus. Am Ende des ersten Wochenendes avancierte die Testphase zur größten Open Beta in der Geschichte der Franchise, mit einem Spitzenwert von 473.632 gleichzeitigen Spielern allein auf Steam. Chubb glaubt, dass der gemeinsame Beitrag aller Beteiligten zum Gelingen des Spiels einen unschätzbaren Wert besitzt. „Ich glaube nicht, dass wir daran erinnert werden mussten, dass es da draußen eine Menge Battlefield-Fans gibt“, resümiert er. „Und sie sind unglaublich leidenschaftlich, was die von uns geschaffenen Erlebnisse angeht.“ Es scheint, als stünde nicht nur ein neues Spiel in den Startlöchern, sondern die Wiedergutmachung eines einst gebrochenen Versprechens.


