BASF veräußert Lack-Geschäft an Carlyle für 7,7 Milliarden Euro
BASF hat den Verkauf seines Lack-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle bekannt gegeben. Der Chemiekonzern bewertet die Sparte mit einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro. Der Abschluss der Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht, ist für das zweite Quartal des kommenden Jahres geplant. BASF wird künftig noch 40 Prozent an dem Geschäft behalten und rechnet vor Steuern mit einem Zufluss von 5,8 Milliarden Euro.
Die Börse reagierte auf die Nachricht verhalten; der Kurs von BASF stieg zunächst leicht, fiel jedoch schnell auf sein vorheriges Niveau zurück und notierte zuletzt 0,75 Prozent im Plus. Die Aktie bewegt sich damit weiter in ihrem Seitwärtstrend, während sie seit Jahresbeginn einen Anstieg von zwei Prozent verzeichnete.
In einer Telefonkonferenz erklärte das BASF-Management, dass die Struktur der Transaktion einer Joint-Venture-Partnerschaft ähnele. Diese sei ein Vertrauensbeweis in die zukünftige Wertschöpfung des Coatings-Geschäfts, betonte BASF-Chef Markus Kamieth. Obwohl ein vollständiger Rückzug von BASF geplant sei, gebe es dafür derzeit keinen festen Zeitrahmen oder verbindliche Vereinbarungen mit Carlyle bezüglich etwaiger Zielvorgaben.
Interessanterweise beteiligt sich über einen Carlyle-Fonds auch der Staatsfonds von Qatar an der Transaktion. Dennoch bleibt Carlyle der primäre Vertragspartner für BASF.
Dieser Verkauf ist ein weiterer Schritt in der von Markus Kamieth eingeleiteten Umstrukturierung von BASF, die sich mit Herausforderungen aufgrund allgemeiner Marktbedingungen konfrontiert sieht. Die Lack-Sparte generiert mit 10.300 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 3,8 Milliarden Euro und hat einen Buchwert von 3,3 Milliarden Euro. Medienberichte, unter anderem von der 'Financial Times', hatten bereits von exklusiven Verhandlungen zwischen BASF und Carlyle berichtet.

