Barrierefreie Zukunft: Bundesgebäude bis 2035 ohne Hindernisse
Die Bundesregierung plant eine umfassende Reform zur Barrierefreiheit, die bis 2035 alle Gebäude des Bundes abdecken soll. Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) hat dazu eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, die derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt wird. Dieses ambitionierte Vorhaben markiert den nächsten Schritt in einem Jahrzehnt, in dem endgültig alle physischen Barrieren in Bundesbehörden abgebaut werden sollen. Die Fortschritte werden ab Ende 2026 regelmäßig von den Gebäudeverantwortlichen veröffentlicht.
Deutschland beherbergt etwa 13 Millionen Menschen mit einer Beeinträchtigung, von denen mehr als die Hälfte unter schweren Behinderungen leidet. Für viele sind nicht nur physische Hindernisse wie Treppen oder schmale Gänge eine Herausforderung, sondern auch digitale Inhalte, die nicht barrierefrei gestaltet sind. Das geplante Gesetz zielt daher nicht nur auf physische, sondern auch auf digitale Verbesserungen ab.
Auch im privaten Sektor soll Barrierefreiheit zum Standard werden, sei es in Räumlichkeiten oder in der Kommunikation. Unternehmen sollen eigenverantwortlich praktikable Lösungen entwickeln, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Dienstleistungen und Produkten zu ermöglichen. Statt strikter Vorschriften will Bas auf Dialog und Eigenverantwortung setzen, um Inklusion voranzutreiben und gleichzeitig ökonomischen Mehrwert zu schaffen.
Ein weiterer Kernpunkt der Reform ist die Einrichtung eines Bundeskompetenzzentrums für Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache, das die Bundesministerien unterstützen soll. Künftig müssen Anträge und behördliche Kommunikationsmittel barrierefrei gestaltet werden. Dies soll nicht nur den gleichberechtigten Zugang sicherstellen, sondern auch neue Kundengruppen erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit steigern.
Dieser Schritt wird als zentraler Meilenstein für mehr gelebte Inklusion in Deutschland gesehen. Bas betont, dass der Abbau von Barrieren wesentlich zur Stärke des Landes beiträgt und die geplanten Maßnahmen in einer älter werdenden Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle spielen werden.

