Bankenwiderstand gefährdet Verabschiedung des Krypto-Marktstrukturgesetzes bis 2026

Ein Bericht von Reuters deutet darauf hin, dass das lang erwartete Krypto-Marktstrukturgesetz, bekannt als CLARITY Act, möglicherweise nicht wie geplant im Jahr 2026 in Kraft treten wird. Der Widerstand aus dem Bankensektor, insbesondere gegen Regelungen zur Regulierung von Stablecoins, sorgt für Unsicherheit.
Stillstand bei der Krypto-Gesetzgebung
Die Gesetzgebung steckt in einer Sackgasse, nachdem Banken einen Kompromissvorschlag des Weißen Hauses abgelehnt haben. Diese Verhandlungen sind ins Stocken geraten, was Zweifel aufkommen lässt, ob der Kongress das Gesetz vor den Zwischenwahlen noch vorantreiben kann.
Banken lehnen Bestimmungen ab, die es Stablecoin-Emittenten und anderen Krypto-Unternehmen erlauben würden, renditeträchtige Produkte und Kundenprämien anzubieten. Sie argumentieren, dass solche Anreize Einlagen von traditionellen Banken abziehen könnten, was die Kreditvergabe erschwert.
Krypto-Unternehmen hingegen betonen, dass die Möglichkeit, Belohnungen anzubieten, entscheidend ist, um Nutzer zu gewinnen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Verbot solcher Anreize würde ihrer Meinung nach einem wettbewerbswidrigen Schutz der etablierten Banken gleichkommen.
Um den Stillstand zu überwinden, schlug das Weiße Haus vor, Stablecoin-Belohnungen in begrenzten Kontexten, wie bei Peer-to-Peer-Zahlungen, zuzulassen, während Belohnungen auf ungenutzten Guthaben verboten bleiben. Vier mit den Verhandlungen vertraute Personen sagten, der Vorschlag solle ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Einlagenstabilität schaffen. Krypto-Unternehmen haben diesen Kompromiss akzeptiert, doch Banken lehnen ihn weiterhin ab.
Bankensektor fordert strengere Prämienregelungen
Zwei Quellen berichteten Reuters, dass Banken strengere Einschränkungen für prämienberechtigte Aktivitäten fordern. Ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses erklärte, dass Banken weiterhin besorgt seien, dass selbst der engere Rahmen zu einem Abzug von Einlagen führen könnte.
Ein Vertreter der Bankenbranche fügte hinzu, dass einige Kreditinstitute glauben, dass die erlaubten Aktivitäten unter dem Kompromiss die Einlagenbasis erheblich schwächen könnten.
Mehrere Senatoren unterstützen die Position des Bankensektors, und Branchenvertreter hoffen, mit dieser politischen Unterstützung günstigere Bedingungen zu erreichen.
Abgesehen von der Stablecoin-Debatte steht das Gesetz vor weiteren politischen Hürden. Gesetzgeber sind über Bestimmungen zu Ethik und illegaler Finanzierung gespalten.
Die Zeit für die Verabschiedung des CLARITY Act läuft ab
Die Zeit ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Die verfügbare Zeit im Senat ist begrenzt, insbesondere da sich die Gesetzgeber auf die Sommerpause und die bevorstehenden Zwischenwahlen vorbereiten.
Adrian Wall, Geschäftsführer der Digital Sovereignty Alliance, einer pro-Krypto-Interessengruppe, sagte, dass das Zeitfenster für die Verabschiedung schnell schließt. Wenn das Gesetz nicht bis Juli verabschiedet und dem Präsidenten vorgelegt wird, wird es zunehmend schwierig, vor den Wahlen wieder Schwung zu gewinnen.
Die politische Lage könnte sich nach November weiter verkomplizieren. Sollten die Demokraten Sitze im Kongress gewinnen, könnten die Aussichten für die Verabschiedung krypto-freundlicher Gesetze weiter sinken.
Geopolitische Entwicklungen tragen zur Unsicherheit bei. Laut Brian Gardner, Chefstratege für Washington bei Stifel, erschwert der Krieg im Iran es dem Kongress zusätzlich, sich in diesem Jahr auf die Krypto-Regulierung zu konzentrieren.
In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung schrieb Gardner, dass der gesetzgeberische Kalender zunehmend gegen das Gesetz arbeitet. “The calendar is becoming the enemy of this bill,” sagte er.

