Bahnreise: Zwischen Verzögerungen und Verbesserungen
wer sich aktuell auf eine verlässliche Bahnreise begibt, könnte ebenso gut eine Münze werfen, um die Pünktlichkeit abzuschätzen. Im November erreichte lediglich etwas mehr als die Hälfte der Fernzüge der Deutschen Bahn ihr Ziel ohne größere Verzögerungen. Mit 54,5 Prozent ist die Pünktlichkeitsquote dennoch eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vormonat, der mit nur 51,5 Prozent einen Rekordtiefpunkt markierte.
Das ursprüngliche Ziel von mindestens 65 Prozent scheint in weiter Ferne. Ein komplexes Geflecht aus Baustellen und überlasteten Verkehrsknoten zieht die Zuverlässigkeit des Zugverkehrs seit Jahren in Mitleidenschaft. Verspätungen beginnen ab sechs Minuten, während die Reisendenpünktlichkeit, die auch Zugausfälle berücksichtigt, im November bei 61,7 Prozent lag.
Die Bahn setzt große Hoffnungen in Weihnachtspausen auf Baustellen, um kurzfristig Besserung zu erreichen. Doch langfristig bleibt das Problem bestehen: Die Zahl der Baustellen soll 2024 auf beachtliche 28.000 ansteigen.
Bahnchefin Evelyn Palla, seit Oktober im Amt, hat klargestellt, dass mittelfristig keine wesentliche Verbesserung zu erwarten ist. Vielmehr soll die Talsohle der Pünktlichkeit stabilisiert und dann schrittweise verbessert werden.
Parallel dazu verspricht Palla Verbesserungen hinsichtlich Sauberkeit und Sicherheit: Schnellmaßnahmen sollen für spürbare Änderungen sorgen. Teil dieser Strategie sind erweiterte Sicherheitsmaßnahmen an Bahnhöfen und mehr Komfort im Zug. Unter anderem sollen an 18 großen deutschen Bahnhöfen sogenannte Quadrostreifen, bestehend aus DB-Sicherheitsleuten und Polizisten, für mehr Sicherheit sorgen. Auch die Bordbistros sollen verlässlicher verfügbar sein – damit jeder seine Reise mit Kaffee und Baguette genießen kann.

