Bahnlärm: Maßstab für Gesundheit und Sicherheit
Lärmschutz an Schienenwegen

25. März 2025, 15:54 Uhr · Quelle: LifePR
Der Artikel kritisiert die hohe Lärmbelastung durch marode Bahninfrastruktur in Deutschland, die sich negativ auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkt. Das Bürgernetzwerk Pro Rheintal fordert effektive Lärmschutzmaßnahmen und moderne Verkehrslösungen, um die Lebensqualität der Anwohner zu schützen.

Boppard, 25.03.2025 (lifePR) - Marode Straßen und Schienen kamen nicht über Nacht. Seit der Wende hat sich Deutschland zu einem Transitland mit endlosen Verkehrsströmen rund um die Uhr entwickelt. Lärm ist ein Gradmesser für den Zustand von Schienen und Fahrzeugen, denn Lärm, das sind Geräusche, die über die normalen Fahrgeräusche hinausgehen und entweder durch technische Mängel oder zu hohe Geschwindigkeiten verursacht werden. Jetzt sollen Milliarden von Euro in Straßen, Schienen und Brücken investiert werden. Für noch mehr Verkehr? Was ist mit der Gesundheit? Müssen die Menschen künftig in Krankenwagen über die neu gebauten Straßen und Schienen transportiert werden? Verkehrslärm macht krank und schädigt damit unsere wichtigste Ressource – den Menschen!

Mit Blick auf die Bahn fordert das Bürgernetzwerk Pro Rheintal die Parteien und Politiker/innen der neuen Bundesregierung auf, sich nicht länger der übermächtigen Transportlobby zu unterwerfen, sondern endlich die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm und Feinstaub anzuerkennen. Durch entsprechende gesetzliche Vorschriften und akustische Vorgaben könne man für eine moderne und technisch einwandfreie Güterbahn sorgen.

Derzeit gibt es bundesweit keinen wirksamen Lärmschutz an Schienenwegen, da es keine Lärmgrenzwerte für Schienenfahrzeuge gibt. Die wichtigste Lärmschutzmaßnahme, an der Quelle fehlt. Züge sind heute schwerer, schneller, länger und lauter als früher. Die Folgen werden ignoriert, wie es das marode System auf allen Ebenen zeigt, nicht nur beim Lärm. Die Lärmquellen anderer Verkehrsträger bleiben in ihrem Zusammenwirken ebenfalls unberücksichtigt. Das wahre Ausmaß der Lärmbelastung wird so verschleiert. Auch die längst überholten Bestandsschutzregelungen und die fehlenden akustischen Vorgaben für Waggons und Lokomotiven machen aus einem unvorstellbar lauten Bahnlärm rein rechnerisch ein laues Frühlingslüftchen. In der Realität ist es jedoch ein Orkan. Die angeblich "freiwilligen" Lärmschutzmaßnahmen, wenn sie denn überhaupt ergriffen werden, orientieren sich nicht am "Orkan", sondern am "Lüftchen." Dadurch bleiben sie fast wirkungslos!

Der Gesetzgeber lässt damit zu, dass Menschen an Bahnlinien gegen besseres Wissen krank werden. Bereits 2012 hat der Deutsche Ärztetag in einer Resolution beklagt, dass die bestehenden Gesetze und Verordnungen zum Lärmschutz nicht in der Lage sind, die Bevölkerung wirksam zu schützen. Prof. Guski von der Universität Bochum sagte damals, die Grenzwerte seien „rein politisch mit der Lobby ausgehandelt und medizinisch irrelevant“.

Globalisierung und EU-Erweiterung haben in Deutschland zu einer, aus medizinischer Sicht, nicht mehr vertretbaren Lärmbelastung geführt hat, wie Prof. Manfred Spreng von der Universität Erlangen ausführte. Nicht umsonst liegt die Lebenserwartung in Deutschland hinter der anderer westlicher EU-Staaten zurück.

Im Schienengüterverkehr, der im Gegensatz zu allen anderen Verkehrsträgern, die leiser wurden, heute fünfmal so laut ist wie vor 40 Jahren, versucht man mit Postkutschentechnologie moderne Hochleistungsverkehr zu betreiben. Die seit Jahrzehnten notwendigen Innovationen, für die Hunderte von Milliarden Euro bereitgestellt wurden, sind nie dort angekommen, wo sie dem Transportauftrag der Bahn geholfen hätten.

Zerfall und Mängel sind inzwischen überall an Bahnstrecken, Bahnhöfen, Brücken, Straßen und Schienen sichtbar. Neben der unzumutbaren Lärm- und Feinstaubbelastungen sind damit auch zunehmende Sicherheitsrisiken verbunden. Im Mittelrheintal sind die Züge doppelt laut. Der kurvenreiche Streckenverlauf und die schallverstärkende Akustik des engen Rheingrabens vervielfachen die Geräusche, die bis auf die Höhen hinauf wahrnehmbar sind. Dies hat dramatische Folgen für die Gesundheit aller dort lebenden Menschen und die Entwicklung der Region.

Ursache sei nicht der Bahn- und Schiffsverkehr an sich, sondern das Versäumnis, die Bahn technisch auf Stand zu bringen. Schon jetzt sei absehbar, dass die geplanten Sanierungen der rechtsrheinischen Strecke (2026) und der linksrheinischen Strecke (2028), zwar noch mehr Verkehr, aber keine Verbesserung der Lärmsituation und der Sicherheit bringen werden, weil sich am System nichts ändere. Schlimmer noch, es ist zu befürchten, dass während der Sanierung die jeweils andere Rheinseite so stark mit Schienenverkehr und Lärm belastet wird, dass Menschen wegziehen und Hotels schließen müssen.

Das Interesse der übermächtigen Verkehrslobby, zu der unter anderen die Luftverkehrswirtschaft, die Automobilindustrie, das Transportgewerbe, die Bauindustrie und am Ende der Kette die Finanzwirtschaft gehören, sei es, mit minimalen Kosten und hohen staatlichen Subventionen Gewinne zu erzielen. Die Politik sei dabei Steigbügelhalter, ohne ausreichend auf die volkswirtschaftlichen und infrastrukturellen Folgen zu achten. Dies habe zum heutigen Zustand der Bahn geführt und zu einem enormen volkswirtschaftlichen Schaden. Neben der maroden Bahn, die weder zuverlässig, pünktlich noch sicher ist, müssen auch die langfristigen Folgen durch Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der Menschen, des Lernerfolgs in den Schulen und der Belastungen in den Regionen berücksichtigt werden

Frank Gross, von Pro Rheintal sagt: Wir dürfen nicht länger zusehen, wie eine Güterbahn, die technisch noch auf dem Stand von vor 100 Jahren ist, rücksichtslos mit 100 km/h durch die Städte und Gemeinden fährt. Todesopfer nach dem Weinfest in Oberwesel und dem Weinfrühling im Bopparder-Hamm, Zugentgleisung bei Niederheimbach, Zugentgleisung bei Lorch/Assmannshausen, Zugentgleisung bei Lahnstein, Felssturz bei Kestert und vieles mehr – um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Lärmpegel sind zehnmal höher als sie sein dürften. Die Situation wird nicht besser, sondern schlimmer, weil die Politik das Heft des Handelns der Verkehrslobby überlässt. Beispiele wie Stuttgart 21, der Berliner Flughafen oder die ICE-Strecken zeigen, wie Kosten-Nutzen-Relationen ebenso ignoriert werden wie die Gesundheit der Bevölkerung. Deutschland muss leiser werden, das heißt: Es muss besser werden und es muss nutzen, was der heutige Stand des Wissens und der Technik hergibt. Die Gesundheit der Menschen muss über der Gewinnmaximierung stehen. Der Mensch als wichtigste Ressource unseres rohstoffarmen Landes darf nicht länger den Profitinteressen einer übermächtigen Lobby mit ihren veralteten Verkehrssystemen geopfert werden. Gross sagt: Wir brauchen moderne Verkehrslösungen und Gesundheitsvorsorge, zum Beispiel durch automatische Kupplungen, digital überwachte Züge und eine Tempo 50-Lösung für Güterzüge innerorts.

Mobile & Verkehr
[lifepr.de] · 25.03.2025 · 15:54 Uhr
[0 Kommentare]
BRAZZELTAG 2026 nimmt Fahrt auf
Sinsheim, 01.04.2026 (lifePR) - Der BRAZZELTAG am 9. und 10. Mai 2026 im Technik Museum Speyer rückt näher und das Programm nimmt konkrete Formen an. Erste Highlights wie Dragster-Auftritte, Stunt-Performances sowie Mitfahrangebote und Einblicke in begehbare Großexponate sind bereits bestätigt. Zusätzlich profitieren Besucher von einer Kooperation mit […] (00)
vor 3 Stunden
Polizeieinsatz in Solingen
Solingen (dpa) - Bei einem Streit auf offener Straße in Solingen (NRW) sind zwei 48 und 52 Jahre alte Männer durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Sie kamen in ein Krankenhaus und wurden notoperiert, wie ein Polizeisprecher berichtete. Tatverdächtig ist ein 46-Jähriger. Der Türke wurde noch vor Ort von Polizeibeamten überwältigt, die […] (01)
vor 10 Minuten
Dan Levy hat 'großen Trost' nach Catherine O’Haras Tod gefunden
(BANG) - Dan Levy hat "großen Trost" darin gefunden zu sehen, "wie sehr" die verstorbene Catherine O’Hara geliebt wurde. Die Schauspielerin starb im Januar im Alter von 71 Jahren nach kurzer Krankheit. Levy kannte sie persönlich, da er Jahre lang mit ihr gemeinsam für die Comedy-Serie 'Schitt’s Creek' vor der Kamera stand. Und er 42-jährige weiß, dass […] (01)
vor 3 Stunden
SpaceX startet die Mission Starlink 10-36
Austin (dpa) - Elon Musks Weltraumfirma SpaceX nimmt laut Medienberichten Kurs auf die Börse. SpaceX habe vertraulich einen Antrag für eine Aktienplatzierung bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht, schrieben der Finanzdienst Bloomberg und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Personen. SpaceX äußerte sich zunächst nicht dazu. Früheren […] (00)
vor 1 Stunde
PlayStation Plus-Titel für den neuen Monat
PlayStation Plus-Mitglieder erwarten schon bald drei spannende Titel. Ab dem 7. April können folgende Spiele heruntergeladen werden: Lords of the Fallen  (PS5) Tomb Raider I-III Remastered Starring Lara Croft  (PS5 & PS4) SWORD ART ONLINE Fractured Daydream  (PS5) Bis zum 6. April besteht zudem die Chance, die Februar-Spiele  PGA Tour […] (00)
vor 29 Minuten
Supergirl-Regisseur deutet an, wie David Corenswets Superman zu Supergirl passt
(BANG) - David Corenswets Superman wird eine "ältere-Geschwister-Dynamik" mit Milly Alcocks Supergirl haben. Der 32-jährige Schauspieler kehrt als Clark Kent alias Kal-El in dem kommenden Blockbuster von DC Studios zurück, während Alcock (25) dieses Mal die Titelrolle übernimmt. Regisseur Craig Gillespie gab jetzt einen ersten Einblick in die Dynamik […] (00)
vor 3 Stunden
Bosnien-Herzegowina - Italien
Rom/Zenica (dpa) - Am Tag nach dem erneuten Scheitern herrscht von Südtirol bis Sizilien überall la grande tristezza: die große Trauer. In Italiens Cafés gibt es unter regenverhangenem Himmel beim morgendlichen Cappuccino nur ein Thema: Wie konnte die Squadra Azzurra das alles entscheidende Playoff-Spiel in Bosnien-Herzegowina vergeigen und zum dritten […] (06)
vor 5 Stunden
kostenloses stock foto zu aktienmarkt, berlin, berlin finance
Ripple hat kürzlich mit wichtigen Ankündigungen über den Stablecoin RLUSD und strategische Partnerschaften für Aufsehen gesorgt. Trotz eines anhaltenden Bärenmarktes zeigen jüngste Aktivitäten von Großinvestoren, dass eine Erholung des XRP-Kurses bevorstehen könnte. Neue Zusammenarbeit mit Convera In dieser Woche hat Ripple eine Partnerschaft mit […] (00)
vor 1 Stunde
 
Eurail-Datenleck: Interrail- und DiscoverEU-Kundendaten im Darknet aufgetaucht
Lahr, 01.04.2026 (lifePR) - Bei Eurail B.V. ist es zu einem gravierenden Datenschutzvorfall […] (00)
Gesundheitsdaten erfassen: Herzrhythmus eigenständig beobachten mit AliveCor
Linden, 31.03.2026 (lifePR) - Warum die eigenständige Herzrhythmus-Messung an […] (00)
Cholesterin: Lebenswichtiger Baustein oder unterschätzter Risikofaktor?
Höchst i. Odw., 01.04.2026 (lifePR) - Cholesterin gilt in der öffentlichen Debatte […] (00)
"Smoke-in" vor dem Brandenburger Tor (Archiv)
Berlin - Das Forschungsprojekt Ekocan hat am Mittwoch den zweiten Zwischenbericht zur […] (02)
Nico Schlotterbeck
Dortmund (dpa) - Borussia Dortmunds Sportgeschäftsführer Lars Ricken hat […] (06)
Damon Albarn
(BANG) - Gorillaz legten Pläne für einen Film mit Netflix auf Eis, weil sich das […] (00)
«Spreewaldkrimi»-Aus: Produzent Esser zeigt sich enttäuscht
Er hebt die scheinbar anspruchsvolle Konstruktion seiner Produktion hervor, die es bei kürzer […] (02)
50 Jahre Apple
Cupertino (dpa) - Rund um den Globus besitzen schätzungsweise 2,8 Milliarden Menschen ein […] (00)
 
 
Suchbegriff