Auftragswunder in der deutschen Industrie: Hoffnung auf Trendwende

Die deutsche Industrie zeigt erfreuliche Signale einer bevorstehenden Trendwende. Mit dem vierten Anstieg der Auftragslage in Folge konnte ein beeindruckendes Wachstum von 7,8 Prozent im Dezember verzeichnet werden, teilt das Statistische Bundesamt aus Wiesbaden mit. Analysten, die einen Rückschlag von 2,2 Prozent vorhergesagt hatten, wurden von diesen Entwicklungen überrascht. Großaufträge spielten bei diesem bemerkenswerten Anstieg eine entscheidende Rolle.
Ohne diese wäre der Zuwachs lediglich bei 0,9 Prozent angesiedelt gewesen. Die Bedeutung der Rüstungsindustrie sticht hierbei hervor; es wird vermutet, dass der Bundestag seine Bestellungen im Verteidigungssektor bis Ende 2025 signifikant erhöht hat. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht in diesen Zahlen klare Anzeichen für einen industriellen Aufschwung. Ein wesentlicher Anteil des Dezember-Plus resultiert aus einer verstärkten Nachfrage nach Metallerzeugnissen und Maschinenbauprodukten. Auch mehr Bestellungen in der Elektronik- und Optikbranche trugen zum positiven Gesamtergebnis bei.
Entgegen diesem Trend musste die Autoindustrie einen Rückgang der Aufträge um 6,3 Prozent hinnehmen. Sebastian Dullien von der Hans-Böckler-Stiftung beschreibt den Dezember als fulminanten Monat für die deutsche Industrie, mit einem Auftragsniveau, das zuletzt Anfang 2022 erreicht wurde. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Staatsausgaben im kommenden Jahr die Wirtschaft weiter beleben werden. Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg äußert sich ähnlich optimistisch und hält ein jährliches Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent für realistisch – ein Lichtblick nach längerer Durststrecke.

