Auf dem Friseurstuhl der Justiz: Regierung verschärft Maßnahmen gegen schwarze Schafe in der Beautybranche
Die Bundesregierung fährt im Kampf gegen Schwarzarbeit und Geldwäsche in der Beautybranche schwerere Geschütze auf. Im Visier stehen nun verstärkt Barbershops sowie Kosmetik- und Nagelstudios. Eine zentrale Neuerung: Beschäftigte dieser Branchen müssen künftig wie in der Baubranche und Gastronomie stets ihren Personalausweis griffbereit halten, um auf mögliche Kontrollen vorbereitet zu sein. Barbershops sind laut interner Regierungsberichte nicht nur Schwerpunkte für Schwarzarbeit, sondern wurden auch als Knotenpunkte für Geldwäsche und Clankriminalität identifiziert. Auch Nagelstudios stehen im Verdacht, illegale Beschäftigungsverhältnisse und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse zu unterstützen. Diese Erkenntnisse veranlassten das Kabinett, ein neues Gesetzesentwurf zu verabschieden, der danach im Bundestag zur Diskussion stehen wird. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) treibt die Initiative an und erklärt, dass die Finanzkontrolle Schwarzarbeit gestärkt aus dem Gesetz hervorgehen soll, um effektiver gegen Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität vorzugehen. „Wir ergreifen energische Maßnahmen, um gegen jene vorzugehen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit und illegal beschäftigter Arbeitskräfte bereichern“, so Klingbeil. Mit Hilfe von fortschrittlicher digitaler Vernetzung und besserem Datenaustausch sollen Behörden effizienter agieren können. Ziel ist es, die Justiz zu entlasten und die Befugnisse der Finanzkontrolle im Umgang mit Betrugsfällen zu erweitern. Letztlich erhoffen sich die Regierung und das Finanzministerium hiervon nicht nur ein wirksames Instrument gegen kriminelle Machenschaften, sondern auch eine finanzielle Dividende. Bis 2029 sollen durch die strengeren Kontrollen Mehreinnahmen von rund zwei Milliarden Euro für Bund, Länder und Sozialversicherungen generiert werden.

