Atompolitik am Scheideweg: Iran fordert Klarheit von den USA
Der Iran hat klargestellt, dass eine Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA über das umstrittene Atomprogramm von Washingtons Zusicherung abhängt, auf weitere militärische Aktionen zu verzichten. Ein solcher Schritt sei unerlässlich, wie Irans stellvertretender Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi gegenüber der BBC erklärte.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump habe zwar Interesse an erneuten Verhandlungen signalisiert, jedoch noch keine definitive Position zu potenziellen Angriffen bezogen. Derweil hatte Trump auf dem jüngsten Nato-Gipfel neue Gespräche mit dem Iran für diese Woche in Aussicht gestellt, ohne jedoch konkrete Einzelheiten zu nennen.
In der Vergangenheit ließ er bereits iranische Atomanlagen attackieren, um das Nuklearprogramm Teherans zu stören. Auf die Frage nach weiteren möglichen Militärschlägen zeigte sich Trump entschlossen: Die Atompläne des Iran müssten unter allen Umständen eingedämmt werden.
Die jüngsten Angriffe hätten laut dem US-Präsidenten bereits zu einem erheblichen Rückschritt im iranischen Atomprogramm geführt. Die iranische Seite hingegen besteht auf ihrem Recht zur Urananreicherung für friedliche Zwecke.
Tacht-Rawantschi wies Vorwürfe zurück, der Iran verfolge verdeckte Pläne zur Entwicklung nuklearer Waffen. Zudem betonte der stellvertretende Außenminister die Notwendigkeit eines gleichberechtigten Zugangs zu nuklearem Material für Forschungszwecke.
Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani zeigte sich offen für Kompromisse und signalisierte die Bereitschaft zur Überstellung angereicherten Urans an Drittländer, sofern man sich mit den USA einigen könne. Eine vollständige Aufgabe der nationalen Uranproduktion sei jedoch ausgeschlossen.

