Atom-Dialog: Diplomatie kontra Eskalation?
Außenminister Johann Wadephul hat die Weltgemeinschaft, insbesondere die USA und Russland, eindringlich dazu aufgerufen, auf neue Atomtests zu verzichten. Diese Forderung kam, nachdem US-Präsident Donald Trump kürzlich die Möglichkeit neuer Nuklearversuche ins Spiel gebracht hatte. Wadephul mahnt, dass alle fünf anerkannten Nuklearmächte an den bestehenden Teststopp-Moratorien festhalten müssen, um das fragile Gleichgewicht nicht zu gefährden.
Der CDU-Politiker äußerte dies während seines Besuchs in Damaskus und betonte die Bedeutung des Moratoriums insbesondere im Hinblick auf Nordkorea, das im aktuellen Jahrhundert als einziger Staat Atomtests durchgeführt habe. Sein Appell zielte darauf ab, einen potenziellen nuklearen Rüstungswettlauf zu verhindern, der globale Sicherheit und Stabilität bedrohen könnte.
Der konkrete Anlass für Wadephuls Warnung: Trump kündigte an, dass die USA möglicherweise neue Atomwaffentests starten könnten, unter Verweis auf bestehende Testprogramme anderer Staaten. Dies wurde von Kremlsprecher Dmitri Peskow aufgenommen, der an Putins Warnung erinnerte, wonach Russland auf US-Aktionen entsprechend reagieren würde.
Wadephul deutet an, dass Trumps Ankündigung eher eine Antwort auf russische Aktivitäten darstelle, die nuklearbetriebene Systeme involvieren. Dennoch, was der US-Präsident genau beabsichtige, sei der deutschen Regierung noch unklar. Wadephul betonte die Notwendigkeit weiterer Gespräche mit US-Vertretern und unterstrich, dass derzeit keine sofortigen Testvorbereitungen sichtbar seien, die umfangreicher Planungen bedürfen würden.

