ASML trotzt unsicherem Handelsumfeld und bekräftigt Jahresprognose
Der niederländische Chipausrüster ASML zeigt sich trotz der unbeständigen US-Zollpolitik unbeeindruckt und hält an seinen Prognosen für das laufende Jahr fest. Die jüngsten Entwicklungen in der Zollpolitik der USA haben allerdings das wirtschaftliche Umfeld zusätzlich verkompliziert. Dennoch setzt das Unternehmen weiterhin auf die Künstliche Intelligenz (KI) als wesentlichen Treiber für zukünftiges Wachstum.
Zu Jahresbeginn musste ASML eine Abschwächung im Chipsektor verbuchen, wobei der Auftragseingang stärker als erwartet sank. Finanzvorstand Roger Dassen hob hervor, dass die US-Zölle verschiedene Belastungen mit sich bringen könnten, etwa durch zusätzliche Liefergebühren oder die Gefahr von Gegenmaßnahmen anderer Länder. Der Unternehmenschef Christophe Fouquet äußerte in Gesprächen mit Kunden seine Zuversicht, dass die Jahre 2025 und 2026 von Wachstum geprägt sein werden, allerdings bleiben aufgrund der Zollpolitik gewisse Unsicherheiten bestehen.
Am Finanzmarkt führten die Aussagen des Unternehmens zu einem Kursrutsch der ASML-Aktie um mehr als 7 Prozent im frühen Handel, bevor die Verluste etwas verringert wurden. Auch andere Chip-Werte wie Infineon, Aixtron, Suss Microtec und Siltronic gerieten unter Druck. Branchenweit belasteten nicht nur die ASML-Zahlen, sondern auch drohende Verluste beim KI-Konzern Nvidia infolge neuer US-Beschränkungen für KI-Chip-Lieferungen nach China.
Analysten zeigen sich besorgt um den Auftragseingang von ASML, der unter den Erwartungen lag. Trotz der Unsicherheiten bleibt die Jahresprognose sowie die Erwartung eines weiteren Wachstums bis 2026 unverändert bestehen. Der Experte Simon Coles von der Barclays-Bank sieht in den kommenden Quartalen Herausforderungen im Hinblick auf das Bestellvolumen, fordert jedoch keine unmittelbaren drastischen Maßnahmen.
Während der Umsatz von ASML im ersten Quartal fiel, verbesserte sich die Bruttomarge, was auf margenstärkere EUV-Lithographiesysteme zurückzuführen ist. Auch im Hinblick auf den chinesischen Markt steht ASML vor Herausforderungen, da Exportbeschränkungen sowohl von den USA als auch den Niederlanden bestehen bleiben. Trotzdem bleibt China mit 27 Prozent Umsatzanteil ein bedeutender Markt für ASML. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen einen Rückgang auf 20 Prozent.
Für das zweite Quartal setzt ASML weiterhin auf Vorsicht und prognostiziert Umsätze zwischen 7,2 und 7,7 Milliarden Euro. Die Jahresumsatzerwartung liegt bei 30 bis 35 Milliarden Euro, mit einer Bruttomarge zwischen 51 und 53 Prozent. Derweil bleiben die Handelskonflikte zwischen den USA und China ungelöst, obwohl laut Bloomberg China Gesprächsbereitschaft signalisiert, falls die USA Entgegenkommen zeigen.

