Asiatische Märkte konsolidieren nach Rekordjagd

Konsolidierung nach Rekordgewinnen
Die asiatisch-pazifischen Börsen haben am Donnerstag eine Konsolidierungsphase eingeläutet, nachdem sie zuvor Rekordgewinne erzielt hatten. Die Märkte reagieren auf die unklare Situation im Iran-Konflikt, die zu einer gewissen Nervosität unter den Investoren führt.
Ein militärischer Angriff des US-Militärs auf eine iranische Position, die für Drohnenangriffe verantwortlich war, hat die Unsicherheit verstärkt. Laut Andreas Lipkow, Marktanalyst bei CMC Markets, ist die Nervosität an den Märkten zurückgekehrt, was auch die Rohstoffpreise unter Druck setzt. "Die Entwicklung im Nahen Osten geht auch nicht spurlos an den Rohstoffmärkten vorbei, schickt die Rohölpreise wieder in Richtung 100 US-Dollar," so Lipkow.
Zusätzlich gibt es Bedenken über den rasanten Anstieg der Börsen, insbesondere in den USA. Lipkow merkt an, dass der Aktienmarkt möglicherweise zu schnell gestiegen ist und eine Konsolidierung nur noch eine Frage der Zeit sei. Diese Einschätzung wird durch die bevorstehenden Inflationsdaten aus den USA untermauert, die laut Jochen Stanzl von der Consorsbank die Zinssorgen erneut anheizen könnten. Diese Sorgen hatten den Markt bereits vor zwei Wochen kurzzeitig destabilisiert.
Der südkoreanische Aktienmarkt zeigt nach dem jüngsten Rekordhoch eine leichte Rückkehr. Die Notenbank des Landes hat den Leitzins unverändert gelassen, was den Erwartungen der Volkswirte von ING entspricht. Allerdings wurden Andeutungen gemacht, dass eine Zinserhöhung in naher Zukunft möglich ist, was die Marktteilnehmer zusätzlich verunsichert.
In Japan lag der Nikkei 225 am Ende des Handelstags 0,5 Prozent im Minus und schloss bei 64.693,12 Punkten. In Australien fiel der S&P ASX 200 sogar um 1,43 Prozent auf 8.592,90 Punkte, was die allgemeine Unsicherheit widerspiegelt.
Die chinesischen Märkte zeigen ein gemischtes Bild: Während der CSI-300-Index der 300 wichtigsten Werte an Chinas Festlandbörsen um 0,2 Prozent zulegte, verzeichnete der Hang-Seng-Index in Hongkong einen Rückgang von 1,4 Prozent. Diese uneinheitliche Entwicklung verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die asiatischen Märkte in der aktuellen geopolitischen Lage stehen.

