Asiatische Krypto-Renditen überflügeln den Westen: Ein Blick auf die Dynamik hinter dem Trend
Die jüngsten Entwicklungen auf dem Krypto-Markt zeigen, dass die kumulierten Renditen in der asiatischen Handelssitzung jene in den USA und der EU übertreffen. Trotz dieser wachsenden Divergenz bleibt die Rolle der USA entscheidend für den weiteren Verlauf dieses Marktzyklus. In den vergangenen zwölf Monaten verzeichnete die asiatische Session Renditen von rund 47 %, während die USA und die EU mit etwa 31 % bzw. 29 % etwas zurücklagen, so die Daten von Velo.
Ryan Lee, Chefanalyst bei Bitget, führt dieses Wachstum auf einen 69%igen Anstieg des Handelsvolumens in der APAC-Region im Jahresvergleich zurück, das bis Mitte 2025 auf 2,36 Billionen US-Dollar ansteigen soll. Ein klarer regulatorischer Rahmen in Hongkong fördere die Annahme durch institutionelle Investoren und die Nutzung von Stablecoins, erläuterte er weiter.
Jeffrey Ding von der HashKey Group sieht die Kapitalquellen als Ursache für die Unterschiede: Während institutionelle Ströme in den USA und der EU dominieren, zeichnen sich asiatische Märkte durch eine stärkere Beteiligung privater Anleger aus, was zu höherer Volatilität und mehr Spekulation führt. Der sogenannte Kimchi-Premium, der die Preisunterschiede von Krypto-Assets auf südkoreanischen Plattformen wie Upbit und Bithumb im Vergleich zu globalen Börsen wie Coinbase und Binance misst, blieb überwiegend positiv.
Der Anstieg dieses Premiums in Verbindung mit einem Rückgang des Verhältnisses zwischen US-amerikanischen und Offshore-Börsenreserven verankert die Position asiatischer Börsen wie Binance, Bybit und Bitget weiter im Markt. Diese Entwicklungen könnten die kumulierten Renditen im asiatisch-pazifischen Raum aufrechterhalten und die zweite Hälfte des derzeitigen Bullenmarktes weiter beflügeln. Trotz eines vorübergehenden Rückzugs von US- und EU-Akteuren könnte der langfristige Trend institutioneller Investitionen dadurch jedoch nicht zwangsläufig verändert werden.

