Arthur Hayes: Der 4-Jahres-Zyklus von Bitcoin ist vorbei, unendliche Hausse voraus

Arthur Hayes, einer der Gründer von BitMEX, sagt, dass der übliche vierjährige Preiszyklus von Bitcoin nicht mehr nützlich ist. Seiner Meinung nach könnte der aktuelle Bullenmarkt viel länger andauern aufgrund der lockeren Geldpolitik.
Seine Meinung widerspricht lang gehegten Überzeugungen in den Kryptomärkten und verändert die Erzählung von mechanischem Timing hin zu einem makro-gesteuerten Momentum.
Hayes entzaubert den Mythos des Vierjahres-Zyklus: Liquidität ist König
In einem neuen Essay mit dem Titel “Long Live the King!” veröffentlichte Hayes die Behauptung, dass viele Händler fälschlicherweise eine starre vierjährige Vorlage auf die Bitcoin-Zyklen angewendet haben, selbst mit dem sich ändernden globalen monetären Umfeld.
Laut ihm fielen frühere Spitzen mit einer Verschärfung des Kreditumfelds in US-Dollar und Yuan zusammen, nicht nur mit Halbierungsplänen. Er schlug auch vor, dass die aktuellen Bedingungen ausreichend unterschiedlich sind, um das Muster zu durchbrechen.
Der Krypto-Unternehmer wies auf die Entscheidung des US-Finanzministeriums hin, mehr Schatzwechsel auszugeben und etwa 2,5 Billionen $ aus dem Reverse Repo-Programm der Fed zu ziehen, was als indirekte Liquiditätsspritze in die Märkte angesehen werden kann. Darüber hinaus hob er hervor, dass die Federal Reserve die Zinssätze erneut gesenkt hat, trotz der Tatsache, dass die Inflation immer noch über dem Ziel liegt, und dass zwei weitere Zinssenkungen in diesem Jahr bereits in den Futures-Märkten eingepreist sind.
In seiner Kritik an den Zyklus-Gläubigen rief Hayes die blinde Anwendung des historischen Rhythmus aus und sagte: “traders wish to apply the pattern … without understanding why it worked in the past.” Der Marktbeobachter hielt daran fest, dass das Zusammenspiel von Geldmenge und Kosten, hauptsächlich in USD und Yuan, der wahre Treiber bleibt.
Die Reaktionen auf dem Markt waren gemischt. Einige Analysten, wie Raoul Pal, sehen immer noch Echos der bisherigen Zyklusstruktur und schlagen sogar vor, dass sie sich möglicherweise verlängern könnten. Andere sind vorsichtiger: der erfahrene Händler Peter Brandt warnt davor, dass, wenn Bitcoin vom Vierjahreszyklus abweicht, dies “dramatische” Kursbewegungen hervorrufen könnte.
Historischer Kontext, Gegenargumente und was die Zukunft bringen könnte
Um die These von Hayes zu verstehen, muss man die drei vollständigen Bitcoin-Zyklen bis heute erneut betrachten. In der Phase 2009–2013 kehrte das exzessive Kreditwachstum aus den USA und China um, was das Momentum für eine Weile drosselte.
Während 2013–2017 schreibt Hayes den größten Teil des Booms der Kreditausweitung Chinas zu und nicht dem reinen USD-Fluss, und die darauf folgende Verlangsamung führte zum Rückgang. Die COVID-Ära sah auch Fluten von USD-Liquidität die chinesische Zurückhaltung überwältigen, was ebenfalls endete, als die Fed Ende 2021 mit der Straffung begann, wobei BTC im April dieses Jahres den Höhepunkt erreichte.
Der ehemalige BitMEX-Geschäftsführer argumentiert nun, dass die nächste Phase anders ist: Während China möglicherweise nicht der primäre Motor ist, könnte seine Abkehr von der Deflation als Grundlage für die globalen Kreditdynamiken wirken und ein Schlüsselelement sein, das der US-Liquidität entgegenwirkt. In seinen Augen tritt die Welt in ein Regime ein, in dem billigere Gelder und ein größeres Angebot weiteren Spielraum für Aufwärtspotenzial in Bitcoin bieten könnte.
Gleichwohl weisen Skeptiker darauf hin, dass wirtschaftliche Risiken wie Rezession, Bankenstress und Inflationsüberschuss die Liquiditätsnarrative zunichtemachen könnten.

